Wie wirken Donepezil, Galantamin und Rivastigmin gegen Demenz?

Für die Cholinesterase-Hemmer Donepezil (z.B. Aricept®), Galantamin (z.B. Reminyl®) und Rivastigmin (z.B. Exelon®) gilt als wissenschaftlich belegt, dass sich durch ihre Einnahme die Hirnleistungsfähigkeit und die Alltagskompetenz von Demenzkranken positiv beeinflussen lassen. Der Wirkmechanismus beruht auf dem vorübergehenden Ausgleich des Mangels an Acetylcholin, das im Gehirn als Botenstoff fungiert.

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Dosierung und häufigste Nebenwirkungen

  • Donepezil wird üblicherweise einmal täglich in Tablettenform (10 mg) eingenommen. Bei etwa 10-17% der Patienten wurden Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall und Erbrechen beobachtet.
  • Galantamin wird normalerweise ein- bis zweimal täglich in Tablettenform (16-24 mg) eingenommen. Bei 13-17% der Patienten wurden Übelkeit, Erbrechen und Durchfall als Nebenwirkungen beobachtet.
  • Rivastigmin wird üblicherweise zweimal täglich in Tablettenform (6-12 mg) eingenommen. Als häufige Nebenwirkung treten Magen-Darm-Störungen auf: Bei 27-35% der Patienten wurden Übelkeit, Durchfall und Erbrechen beobachtet.

Einschleichender Beginn und rechtzeitiges Absetzen empfohlen

Die Behandlung mit Cholinesterase-Hemmern sollte einschleichend erfolgen, also in kleinen Mengen begonnen und dann langsam gesteigert werden. Das ist wichtig, um die Nebenwirkungen möglichst gering zu halten. Zudem ist zu beachten, dass die beschriebenen Medikamente im fortgeschrittenen Stadium nicht (weiter) verordnet bzw. abgesetzt werden sollten, da sie dann nicht mehr wirksam sind.

Bei starken Nebenwirkungen sollten Nutzen und Schaden sorgfältig gegeneinander abgewogen und die Sinnhaftigkeit einer weiteren Einnahme mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Fazit

Insgesamt bleibt die Bewertung der Cholinesterase-Hemmer in der Behandlung der Demenz umstritten. Es gibt sowohl hierzulande als auch international viele Experten, die den Nutzen für zu gering halten, um damit einerseits die Nebenwirkungen, andererseits die hohen Kosten der Medikamente zu rechtfertigen. Auch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), das im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses die wichtigsten Demenz-Medikamente überprüft, kam 2007 zu einem zurückhaltenden Urteil. Auch wenn eine gewisse Wirksamkeit auf die Alzheimer-Symptome vom IQWiG bestätigt wurde.

Ob man sich für oder gegen diese Medikamente entscheidet, bleibt also bis auf weiteres eine individuelle Entscheidung.

Autoren: Dr. Hubertus Glaser/Dr. med. Jörg Zorn
Quelle: Medizinisches Wissensnetzwerk evidence.de der Universität Witten/Herdecke

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