Was bringen Pflaster gegen Alzheimer?

Seit einiger Zeit gibt es die beiden Alzheimer-Wirkstoffe Galantamin und Rivastigmin auch als Pflaster. Damit soll eine kontinuierliche Abgabe des Arzneistoffes über die Haut gewährleistet werden. Der Vorteil: Solch ein Pflaster wirkt über einen längeren Zeitraum, womit die Gefahr, die tägliche Tabletteneinnahme zu vergessen, etwas umschifft wird.

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Allerdings ist dieser Vorteil nur dann zu etwas nütze, wenn das Pflaster auch effektiv gegen die Demenz wirkt und keine relevanten Nebenwirkungen hat. Und genau daran bestehen Zweifel. Zumindest kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einer aktuellen Bewertung zu einem sehr zurückhaltenden Urteil. Denn weder für das Pflaster mit Galantamin noch für das mit dem Wirkstoff Rivastigmin ließen sich bisher eindeutige Vorteile nachweisen.

Wirksamkeit fraglich, Nebenwirkungen möglich

In manchen Studien schnitten die Pflaster nicht einmal besser ab als ein Scheinmedikament (Plazebo). In anderen Untersuchungen zeigte sich ein Effekt auf die Gedächtnisleistungen, allerdings tendentiell eher bei noch sehr mäßiger Demenz und in relativ hoher Dosierung. Bei hoher Dosierung aber steigt auch die Gefahr von Nebenwirkungen. Und solche haben die Pflaster laut der IQWiG-Analyse durchaus. Vor allem Übelkeit, Erbrechen und Hautreizungen traten in den vorliegenden Studien gehäuft auf.

Für beide Pflaster-Präparate fehlt es im übrigen noch an verlässlichen Langzeit-Daten. Bis auf weiteres kann man die Pflaster also nicht unbedenklich empfehlen.

Autoren: Christian Sachse & Dr. med. Jörg Zorn, 26.07.2011
Quelle: IQWiG Vorbericht A09-05

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