Alzheimer: Galantamin und Rivastigmin überprüft

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat die beiden Wirkstoffe Galantamin und Rivastigmin erneut auf ihren Nutzen geprüft. Beide Medikamente gibt es jetzt auch als Pflaster. Das Institut stellt fest, dass die Arzneistoffe den Abbau geistiger Fähigkeiten leicht verzögern können. Allerdings erkauft man sich diesen Effekt mit einigen Nebenwirkungen.

Unsere 10 wichtigsten Tipps für die Angehörigen

weiterlesen...

Das IQWiG hatte die beiden Wirkstoffe bereits im Jahr 2007 bewertet. Weil es jetzt nicht mehr nur Tabletten, sondern auch Pflaster gibt, hat das Institut eine erneute Untersuchung durchgeführt.

Gemischtes Urteil

Das Urteil zu Galantamin: In Sachen "Bewältigung des Alltags", "Unruhe" und "Stimmung" konnten keine subjektiv wahrnehmbaren Vorteile ermittelt werden. Bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz wurden aber die Denk- und Merkfähigkeit positiv beeinflusst. Das gilt auch für eine Therapiedauer über 12 Monate. Galantamin kann allerdings zu Übelkeit und Erbrechen führen.

Das Rivastigmin-Pflaster scheint vor allem Patienten im Alter über 75 Jahre zu nutzen. Und zwar in der höheren Dosierung – das Pflaster gibt es mit 5 oder 10 cm2 Wirkstoff. Die von den Wissenschaftlern ermittelten Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen und Hautirritationen. Im direkten Vergleich mit der Tablette konnte das Pflaster keine eindeutigen Vorteile nachweisen.

WANC 04.04.2012
Quelle: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).
Anzeigen