Vitamine gegen Alzheimer: Wirkungslos

Vitamine mit antioxidativer Wirkung – das sind die Vitamine A, C und E – sollen sich positiv auf verschiedene Erkrankungen auswirken. Begründung: Eine hohe Dosierung dieser Vitamine verhindert die Bildung von Entzündungen. Dass hinter dieser Annahme aber mehr Hoffnung als Realität steckt, belegen wissenschaftliche Studien. Jetzt haben Forscher den Effekt dieser Vitamine auf den Verlauf der Alzheimer-Erkrankung studiert. Das Ergebnis gleicht eher einer Warnung.

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Geistige Leistungsfähigkeit gesunken statt gestiegen

Ob die Gabe von hochdosierten Vitaminen zum Schutz vor Alzheimer taugt, haben US-amerikanische Wissenschaftler an 78 Alzheimer-Patienten getestet. Von den in drei Gruppen eingeteilten Patienten erhielt die erste eine Vitaminkombination mit täglich 800 IU Vitamin E plus 500 mg Vitamin C plus 900 mg Alpha-Liponsäure, die zweite dreimal täglich 400 mg Coenzym Q und die dritte ein Scheinmedikament (Plazebo).

Nach 16 Wochen wurden verschiedene Werte gemessen, die Ärzte für die Begutachtung des Verlaufs von Alzheimer nutzen. Bei den wichtigen Markern zeigte sich kein Unterschied zwischen den einzelnen Gruppen. Allein beim F2-Isoprostan, einem Merkmal im Blut für das Vorliegen von "oxidativem Stress" (gemeint ist im weitesten Sinne ein Zuviel an sauerstoffreichen Stoffwechselzwischenprodukten) war in der ersten Gruppe der Wert um 19% gesunken.

Die Studienautoren sehen das zwar als ein Zeichen für ein Abnehmen von oxidativem Stress im Gehirn an. Doch wird das mit großen Nebenwirkungen erkauft. Denn gleichzeitig sank die geistige Leistungsfähigkeit der Patienten in der ersten Gruppe. Das ist auch der Grund, warum die Wissenschaftler von einer Mulitvitamin-Therapie bei Alzheimer abraten.

WANC 29.03.2012
Quelle: Arch Neurol. Published, doi:10.1001/archneurol.2012.85

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