Ist langsames Gehen ein Frühzeichen der Demenz?

Es gibt viele Versuche, anhand einfacher Tests oder Merkmale das Risiko für eine Demenz vorherzusagen. US-amerikanische Ärzte haben nun untersucht, inwieweit die Gehgeschwindikgeit Aufschluss gibt. Und siehe da: Wer langsam geht, scheint eher Probleme mit seiner Gehirnleistung zu bekommen.

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Um das herauszufinden, haben die Ärzte über 2.400 Männer und Frauen mit einem Durchschnittsalter von 62 Jahren untersucht. Über einen Beobachtungszeitraum von 11 Jahren mussten sich die Probanden Tests der Gehgeschwindigkeit, des Händedrucks und der Gehirnleistung unterziehen.

Langsames Gehen und schlaffer Händedruck = geringeres Gehirnvolumen?

In der Beobachtungszeit entwickelten 34 Personen eine Demenz und 70 einen Schlaganfall. Menschen, die langsam gingen, bekamen demnach 1,5mal so häufig eine Demenz wie Leute, die schneller gingen. Und wer einen festen Händedruck hatte, dessen Risiko war um 42% geringer, einen Hirninfarkt zu bekommen.

Wie das zusammenhängt? Sowohl das Gehen wie der Händedruck lassen offenbar Rückschlüsse auf das Gehirn zu. Menschen, die langsamer gingen, hatten im Schnitt ein geringeres Gehirnvolumen, ein geringeres Erinnerungsvermögen, weniger Sprachgewandheit und weniger Entscheidungsfreude. Wer einen festen Händedruck hatte, verfügte in der Regel auch über ein größeres Gehirnvolumen und schnitt in Gehirntests besser ab.

Zusammenhänge unklar – und auch unsicher

Wie genau es aber dazu kommt, das können die Ärzte nicht sagen. Denkbar wäre, dass bestimmte Erkrankungen, die sich auf das Gehirn auswirken, auch zu den Geheinschränkungen und der Verminderung der Kraft führen. Oder dass die abnehmende Leistungsfähigkeit des Gehirns auch die Leistungsfähigkeit des Körpers beeinträchtigt.

Anzumerken ist aber auch, dass bei insgesamt 34 Demenz-Fällen und einer Risikoerhöhung um die 50% nicht von einem wirklichen Beweis gesprochen werden kann.

WANC 20.02.2012
Quelle: American Acadamy of Neurology

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