Rauchen macht vergesslich - aber nur Männer

Nikotin scheint die geistige Leistungsfähigkeit zu vermindern. Rauchen ist nach Erkenntnissen englischer Forscher damit ein Risikofaktor, im späteren Leben an Demenz zu erkranken.

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Eine Arbeitsgruppe vom University College in London hat rund 5.000 Männer und 2.100 Frauen im Durchschnittsalter von 56 Jahren über einen Zeitraum von 25 Jahren beobachtet. Dabei wurden auch das Rauchverhalten und die geistige Leistungsfähigkeit erhoben. Die Wissenschaftler stellten einen Zusammenhang zwischen dem Rauchen und dem Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter fest. Allerdings traf dieser Zusammenhang nur auf Männer zu, bei Frauen ließ sich das nicht ermitteln.

Unterschied zwischen Männern und Frauen ungeklärt

Je mehr ein Mann raucht, desto größer fällt die Minderung der Gehirnleistung aus. Zumindest im statistischen Mittel. Und sie sank bei denjenigen, die während der gesamten Beobachtungszeit weiter rauchten, noch schneller ab. Auch bei Männern, die vor zehn Jahren das Rauchen aufgegeben hatten, setzte sich der beschleunigte Abbau der geistigen Leistung weiter fort. Nur bei Rauchern, die vor langer Zeit ihren Nikotingenuss beendet hatten, war die Schnelligkeit, mit der ihr Gehirn an Leistung verlor, nicht erhöht.

Warum Frauen ihre geistigen Kapazitäten durch das Rauchen nicht verlieren, können die Forscher nicht erklären. Denn eigentlich müsste der Prozess bei beiden Geschlechtern ähnlich verlaufen: Rauchen wirkt negativ auf die Lunge und auf die Blutgefäße. Das hat zur Folge, dass dem Gehirn weniger Sauerstoff zugeführt wird. Und das wiederum lässt Hirnzellen absterben, kleine Hirninfarkte stattfinden und führt schließlich zum Abbau von Hirnfunktionen.

WANC 08.02.2012
Quelle: Arch Gen Psychiatry. doi:10.1001/archgenpsychiatry.2011.2016

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