Versorgung Demenz-Kranker: 800 Euro monatlich zusätzlich

Die Demenz wird immer mehr zum Volksleiden. Die heute geschätzen 1,2 Millionen Demenz-Patienten in Deutschland werden sich bis zum Jahr 2030 auf 1,8 Millionen erhöht haben. Bis 2060 gar auf 2,5 Millionen. Das zumindest sagt der aktuelle Pflegereport voraus.

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Viele neue Demenz-Fälle - viele neue Pflegefälle

Auch wenn solche Zahlen immer etwas mit Vorsicht zu genießen sind (im Pflegereport geht es auch darum, mehr Gelder in den Pflegebereich fließen zu lassen): An einem drastischen Anstieg der Demenz-Häufigkeit kann kein Zweifel bestehen. Und ebensowenig daran, dass dies mit erheblichen Mehrkosten für das Gesundheitswesen einhergeht. Denn eine Demenz mündet in fast allen Fällen in einer Pflegebedürftigkeit. Nicht unbedingt sofort, aber auf längere Sicht schon.

Erhebliche Mehrkosten

Wenn man bedenkt, dass es schon heute in vielen Pflegeeinrichtungen bei der Versorgung von Demenz-Kranken an ausreichend Personal mangelt und bei weitem nicht jeder Betroffene optimal versorgt wird, kann man sich in etwa ausrechnen, was da auch an sozialpolitischer Herausforderung auf uns zurollt. Denn ganz abgesehen von dem persönlichem Schicksal der Demenz-Kranken und ihrer Angehörigen ist eine halbwegs adäquate Versorgung auch richtig teuer. Nur ein Beispiel: Die monatlichen Kosten der Kranken- und Sozialversicherungen liegen bei Menschen mit pflegenbedürftiger Demenz um rund 800 Euro höher als bei einer gleichaltrigen Person ohne Demenz.

Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 01.12.2010
Quelle: Pflegereport 2010

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