Schieflage im Bett: Anzeichen für Demenz

Es hört sich ein bisschen komisch an, aber es ist wissenschaftlich nachgewiesen: Wer sich schief in sein Bett legt, erkrankt häufiger an Demenz. Das haben Neurologen der Universität Leipzig und der Universität Würzburg herausgefunden. Die Ergebnisse sind so außergewöhnlich, dass sie es sogar zu einer Publikation im renommierten "British Medical Journal" gebracht haben.

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Die Versuchsanordnung war eigentlich simpel. Alle Teilnehmer der Studie, allesamt Patienten einer neurologischen Abteilung, sollten sich aus dem Sitzen heraus auf ein Bett legen. Normalerweise tun wir alle das mit einem Hang zur Symmetrie, sprich halbwegs gerade.

Außerdem wurden bei allen Tests der geistigen Leistungsfähigkeit durchgeführt.

Räumliche Orientierungsstörung ein Frühsymptom?

In der Untersuchung zeigte sich, dass diejenigen, die sich spontan eher schief im Bett positionierten, auch in den Tests auf Demenz schlechter abschnitten. Die Erklärung: Die Wissenschaftler vermuten, dass schon zu Beginn einer Demenz das räumliche Orientierungsvermögen eingeschränkt ist. Dass dies also eine Art Frühsymptom der nachlassenden Geisteskraft ist.

Nach Ansicht von Prof. Joseph Claßen, einem der Studienleiter, ergeben sich daraus völlig neue Möglichkeiten der Früherkennung der Demenz – und damit auch für eine früher einsetzende Behandlung.

Autoren: WANC/DR. med. Jörg Zorn, 01.03.10
Quelle: British Medical Journal, BMJ.2009, Dec 16; 339: b5273

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