Grüner Tee gegen Alzheimer und Parkinson

Wer viel grünen Tee trinkt, schützt sich damit vor der Alzheimer-Demenz und vor der Parkinson-Erkrankung. Darauf deuten zumindest Untersuchungen am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin hin.

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Krankhafte Eiweißfaltungen gestoppt

Die Wissenschaftler analysierten im Labor die Wirkung von EGCG. Das ist der wesentliche Inhaltsstoff im grünen Tee. EGCG steht für Epigallocatechin-3-gallat. Da sich das keiner merken geschweige denn es aussprechen kann, wird selbst in Forscherkreisen fast nur die Abkürzung benützt.

Was das Berliner Institut nun herausgefunden hat, ist folgendes: EGCG bindet sich im Körper offenbar in bestimmter Weise an Eiweißstoffe. Und zwar so, dass die sich nicht mehr falsch falten können. Genau das passiert nämlich bei der Alzheimer-Demenz und auch z.B. beim Morbus Parkinson. Durch fehlerhafte Prozesse im Gehirn werden Eiweißstoffe so gefaltet, dass sie verklumpen. Diese Verklumpungen (medizinisch: Plaques) sind beim Alzheimer der wesentliche Auslöser für den Untergang von Nervenzellen.

Medikament aus grünem Tee?

Damit ist EGCG bzw. grüner Tee ein potentielles Mittel zur Vorbeugung der Alzheimer-Demenz. Möglicherweise lassen sich daraus sogar Medikamente entwickeln, wie die Studienleiter vom Max-Delbrück-Centrum berichten. Allerdings wird das sicherlich noch etwas dauern. Zunächst einmal müssen jetzt EGCG-Extrakte entwickelt und dann bei Patienten erprobt werden.

Die Erfolgschancen stehen aber nicht schlecht. Denn auch bei mehreren anderen Erkrankungen hat grüner Tee bereits nachweisbare Erfolge erzielt. Neben der Wirkung auf Proteinfaltungen ist EGCG nämlich auch ein Abfangjäger von schädlichen Stoffwechselprodukten.

Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 23.07.08

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