Gewichtsverlust: Vorbote einer Demenz?

Kann ein plötzlicher Gewichtsverlust ein erstes Anzeichen für eine später auftretende Demenz sein? Wissenschaftler haben jetzt Hinweise dafür gefunden. Denn Frauen nehmen zehn Jahre vor dem Eintreten der Erkrankung deutlich ab. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der US-amerikanischen Mayo Clinic mit über 1.000 Frauen gekommen.

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Gewichtsverlust 10 Jahre vor Beginn der Demenz - aber warum?

Die Wissenschaftler analysierten die Gewichtsdaten und die Erkrankungshäufigkeit über einen Zeitraum von 30 Jahren. Bei den Frauen, die später an einer Demenz erkrankten, kam es signifikant häufiger zu einem Gewichtsverlust etwa 10 Jahre vor Diagnosestellung. Meistens sank das Gewicht um einige Kilo, ohne dass dafür eine offensichtliche Ursache vorlag. Mit Beginn der ersten geistigen Symptome fiel das Gewicht weiter ab.

Unklar ist freilich, warum das so ist. Die Studienleiter vermuten, dass die Veränderungen im Gehirn auch die Gewichtsregulation beeinflussen. Ob das aber durch ein Desinteresse am Essen, durch ein früher einsetzendes Sättigungsgefühl, durch nachlassendes Geschmacksempfinden oder durch hormonelle Prozesse geschieht, ist noch im Bereich der Spekulationen.

Immerhin Grund genug, einem unerklärlichen Gewichtsverlust auf den Grund zu gehen, um dann ggf. schon frühzeitig etwas gegen die Erkrankung tun zu können.

Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 18.07.06

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