Stress erhöht Risiko für Demenz

Stress im mittleren Erwachsenenalter erhöht das Risiko, später an einer Demenz zu erkranken. Zumindest bei Frauen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Göteborg.

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Die schwedischen Wissenschaftler hatten rund 1.400 Frauen über 35 Jahre begleitet und regelmäßig untersucht. Bei denjenigen von ihnen, die im mittleren Erwachsenenalter über Stress geklagt hatten, lag die Wahrscheinlichkeit, in höherem Alter eine Demenz zu entwickeln, um 65% höher. In den meisten Fällen handelte es sich dabei um eine Alzheimer-Demenz.

Zusammenhänge noch weitgehend ungeklärt

Warum das so ist, ist allerdings noch nicht geklärt. Eine US-amerikanische Studie aus dem Jahre 2003, die zu ähnlichen Ergebnissen gekommen war (übrigens auch bei Männern), hatte Hinweise darauf geliefert, dass chronischer Stress den Hippocampus schädigt. Das ist kein Nilpferd, sondern eine wichtige Schaltzentrale tief im Gehirn.

Bevor jetzt 80% der Bevölkerung eine Demenz befürchten, muss aber eines klar gesagt werden: Die Mehrzahl derjenigen, die unter Stress leiden, bekommt keine Demenz. Das Risiko ist der Studie zufolge nur relativ erhöht, bei hohen Stress-Leveln also etwas höher als sonst. Zudem beinhalten die Ergebnisse einige Unsicherheiten. Denn die eigenen Angaben zum Stress-Level sind naturgemäß sehr subjektiv.

Aber wie es auch sei, ein Übermaß an Stress ist in keinem Fall gesund. Und wer es massiv übertreibt, hat gute Chancen, das hohe Alter, in dem eine Demenz auftritt, nie zu erreichen.

Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 16.08.10
Quelle: University of Gothenburg, Brain 2010 133(8):2217-2224; doi:10.1093/brain/awq116

 

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