Vaskuläre Demenz: Ursache in der "weißen Substanz"

Eine Veränderung der "weißen Substanz" im Gehirn könnte einer der Auslöser der vaskulären Demenz sein. Das ist das Ergebnis einer Studie an der Universitätsklinik Lissabon.

Unsere 10 wichtigsten Tipps für die Angehörigen

weiterlesen...

Unter vaskulärer Demenz verstehen Mediziner die neben Alzheimer zweite große Gruppe von Demenz-Erkrankungen. Im Gegensatz zum Morbus Alzheimer kommt es hier nicht zu Protein-Verklumpungen an den Nervenzellen, sondern zu Schäden der Blutgefäße im Gehirn.

Überzufällig häufig Veränderungen an den weißen Nervenbahnen

Die portugiesischen Wissenschaftler haben nun mithilfe von Magnetresonanz-Untersuchungen festgestellt, dass bei Patienten mit vaskulärer Demenz überzufällig häufig eine ganz bestimmte Veränderung der weißen Substanz im Gehirn nachweisbar ist - eine sogenannte Leukoaraiose. Die weiße Substanz wird anatomisch von der grauen Substanz unterschieden und beinhaltet vor allem die Nervenbahnen. Die weiße Farbe rührt von den Hüllen der Nervenleitungen.

Eine Leukoaraiose kommt zwar auch ohne Demenz vor und wurde bisher oft als "normale" altersbedingte Degeneration angesehen. Angesichts der deutlichen Häufung bei Patienten mit vaskulärer Demenz gehen die Studienautoren nun aber davon aus, dass diese Veränderung der weißen Substanz ein eigenständiger Risikofaktor und Auslöser einer Demenz-Erkrankung ist. Ob sich daraus bessere Früherkennungs- und vor allem Vorbeuge-Möglichkeiten ergeben, wie die Autoren hoffen, muss aber erst noch abgewartet werden.

Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn 12.07.10
Quelle: ENS, O115 Location of white-matter changes and risk of dementia

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).
Anzeigen