Streber erkranken seltener an Alzheimer

Das Wort "Streber" ist natürlich ungerecht. Menschen mit einer großen Selbstdisziplin, die immer ihre Arbeiten erledigen wollen, bekommen seltener eine Alzheimer-Demenz. Das zumindest legt eine US-amerikanische Studie mit älteren katholischen Priestern und Nonnen nahe.

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Die knapp 1.000 Geistlichen wurden mehr als zwölf Jahre lang beobachtet. Zu Beginn der Untersuchung waren alle Teilnehmer gesund. Außerdem hatten alle einen Persönlichkeitstest absolviert, in dem sie unter anderem ihre Produktivität und Zielstrebigkeit einschätzen mussten (z.B. "Ich will immer meine Arbeiten erledigen").

Haben die "Planer" mehr Reserven?

Am Ende der Beobachtungszeit hatten 176 der Probanden eine Demenz entwickelt. Allerdings waren diejenigen, die sich in dem Persönlichkeitstest als besonders zielstrebig eingeschätzt hatten, deutlich weniger betroffen. Ihr Risiko war um knapp 90% geringer als das der "Lässigen". Das bemerkenswerte daran: Bei späteren Hirnproben stellte sich heraus, dass es in beiden Gruppen gleich viele Personen mit den typischen Alzheimer-Ablagerungen gab. Aber offenbar waren die bei den "Planern" weniger zum Tragen gekommen.

Die Erklärung der Wissenschaftler: Sehr zielstrebige Charaktere, die eher dazu neigen, Impulse zu kontrollieren und Regeln und Aufgaben sehr ernst zu nehmen, entwickeln dadurch im Stirnbereich des Gehirns mehr Reserven, können eine Alzheimer-Demenz also länger kompensieren.

Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 11.10.07

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Kommentare (1)
Planer erkranken seltener an Alzheimer
1 Sonntag, den 06. November 2016 um 06:47 Uhr
Dr. Karl Simon
kann das wohl daran liegen, dass die Krankheit bei einem Planer später auffällt, weil er Strategien gegen Fehlleistungen entwickelt hat und dadurch die Krankheit besser kompensiert, ohne sie tatsächlich aufzuhalten?
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