Folsäure: Demenz-Schutz mit Obst oder Pillen

Das Vitamin Folsäure scheint vor Demenz zu schützen. Das ist das Ergebnis zweier großer Studien aus den Niederlanden und den USA, die jetzt in renommierten Fachblättern veröffentlicht wurden.

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Die niederländischen Wissenschaftler haben drei Jahre lang knapp 1.000 Studienteilnehmer beobachtet. Die eine Hälfte bekam zusätzlich zur normalen Ernährung eine Folsäure-Tablette, die andere Hälfte ein Scheinmedikament (Plazebo). Das Ergebnis war eindeutig: Bei den Probanden in der Folsäure-Gruppe hatten sich nach den drei Jahren Gedächtnis und weitere geistige Leistungsparameter im Vergleich zur Plazebo-Gruppe deutlich verbessert.

In der amerikanischen Studie konnte gezeigt werden, dass die regelmäßige Einnahme von Folsäure-Präparaten bei Senioren die Wahrscheinlichkeit senkt, Alzheimer zu bekommen.

Bestes Gegenmittel: Obst, Gemüse und Vollkornprodukte

Müssen wir also alle Folsäure-Pillen einnehmen, um uns vor Demenz zu schützen? Oder steckt dahinter nur einmal mehr die Marketing-Offensive eines Vitamin-Herstellers? Letzteres ist in diesem Fall fast auszuschließen, denn das Fachblatt "Lancet" ist unter anderem deshalb so renommiert, weil es solche Publikationen nicht veröffentlichen würde.

Die Folsäure darf also wohl wirklich als Kandidat für den Demenz-Schutz gelten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung betont in diesem Zusammenhang, dass wir insgesamt zu wenig Folsäure zu uns nehmen. Allerdings wäre das durchaus möglich: mit Obst, Gemüse und Vollkornprodukten jeden Tag.

Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 22.01.07
Quelle: The Lancet, Archives of Neurology

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