Parodontose erhöht Alzheimer-Risiko

Es klingt ein wenig grotesk. Aber eine Parodontose oder auch andere Zahnentzündungen scheinen die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, später an Alzheimer zu erkranken. Und zwar gleich um das Vierfache. Das haben Zwillingsstudien des Karolinska-Instituts in Stockholm ergeben.

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Die Wissenschaftler analysierten die Daten von 20.000 älteren Zwillingspärchen und nahmen dabei vor allem die Fälle unter die Lupe, in denen nur ein Zwilling an Alzheimer erkrankt war. Das Ergebnis: Genau in diesen Fällen gab es auch auffällig oft große Unterschiede in der Zahngesundheit. Die Zwillingsgeschwister, die als einzige an der Alzheimer-Demenz erkrankt waren, hatten auch deutlich häufiger zuvor mit entzündlichen Zahnfleischerkrankungen zu kämpfen gehabt.

Auch andere Entzündungen als Auslöser im Verdacht

Für die Studienleiter ist das eine weitere Bestätigung der These, dass eine Alzheimer-Erkrankung auch durch entzündliche Vorgänge im Körper ausgelöst werden kann. Und das auch Jahrzehnte später. Ähnliche Zusammenhänge waren auch schon für Grippe, Tuberkulose und andere Infektionskrankheiten festgestellt worden.

Das bedeutet nun zwar nicht, dass jeder mit Parodontose später dement wird. Und es bedeutet auch nicht, dass jeder mit gesunden Zähnen vor Alzheimer geschützt ist. Aber es ist zumindest ein Indiz, dass es sich nicht nur wegen der Zähne lohnt, auf eine gute Zahngesundheit zu achten.


Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn 21.06.05

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