Alzheimer: Auf dem Weg zur Entschlüsselung der Krankheit

Walisische und US-amerikanische Wissenschaftler haben fünf neue Gene identifiziert, die eine Alzheimer-Demenz verursachen können. Vorausgesetzt, sie liegen in einer bestimmten krankhaften Variante vor.

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Damit sind jetzt zehn Gene bekannt, die an der Entstehung des Morbus Alzheimer beteiligt sind. Am populärsten ist das APOE-Gen, nicht zuletzt deshalb, weil es als erstes entdeckt wurde. Liegt APOE in einer bestimmten fehlerhaften Form vor, steigt das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, um das drei- bis achtfache.

Auch die fünf neu entdeckten Gene tragen Namen, die man sich nicht wirklich merken will:

  • MS4A
  • CD2AP
  • CD33
  • EPHA1
  • ABCA7

Gene steuern die krankhafte Eiweiß-Verklumpung

Was all diese Gene gemeinsam haben: Liegen sie in der veränderten Variante vor, fördern sie im Gehirn die Ablagerung des Proteins Amyloid und dessen Verklumpungsprozess, der Alzheimer ausmacht. Das allerdings über ganz unterschiedliche Mechanismen.

Zur erfolgreichen Bekämpfung der Alzheimer-Demenz tragen diese genetischen Forschungsarbeiten zumindest indirekt bei. Derzeit ist die einzige Chance, die Erkrankung zu bremsen, eine sehr frühe Diagnose. Am besten schon Jahre, bevor sie überhaupt beginnt. Dann kann der zerstörerische Prozess im Gehirn oft noch erfolgreich aufgehalten oder zumindest verlangsamt werden. Und die Chance auf eine solche Früherkennung bieten derzeit am ehesten spezielle Gentests.

Auf längere Sicht richtet sich die Hoffnung der Experten darauf, die krankhaften Prozesse z.B. durch eine gezielte Genmanipulation zu stoppen.


Autoren: WANC/DR. med. Jörg Zorn, 06.04.2011
Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München, Nature Genetics (2011) doi:10.1038/ng.803

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