Stimmt es, dass Rheuma- und Schmerzmittel wie ASS (Aspirin) oder Ibuprofen vor Darmkrebs schützen?

Es gibt tatsächlich Hinweise darauf, dass die regelmäßige Einnahme von sogenannten nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) das Risiko, Darmkrebs zu bekommen, leicht reduziert. Allerdings ergibt sich daraus keine Empfehlung, diese Medikamente zur Vorbeugung einzunehmen.

Zu den NSAR gehören unter anderem Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin®), Ibuprofen und Diclofenac. Es konnte in Studien gezeigt werden, dass sich bei längerer Einnahme dieser Medikamente seltener Darmkrebs bildet bzw. bei bereits vorhandenen Darmpolypen weniger neue Polypen hinzukommen. Vor allem für Aspirin® bzw. Acetylsalicylsäure wurde ein solcher Effekt nachgewiesen. Dieser Effekt hängt möglicherweise mit der anti-entzündlichen Komponente dieser Wirkstoffe zusammen.

Nutzen in der Vorbeugung fraglich

Leider eignen sich die Medikamente aber dennoch nicht zur Vorbeugung. Zumindest nicht bei Menschen, die ein "normales", sprich sehr geringes Darmkrebsrisiko haben. Denn eine dauerhafte Einnahme geht auch mit einer Reihe an Risiken einher, unter anderem der Entwicklung von Magengeschwüren und Magen-Darm-Blutungen.

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Anders mag das aussehen, wenn ohnehin schon ein erhöhtes Darmkrebsrisiko besteht, beispielsweise aufgrund einer familiären Vorbelastung. Oder wenn es gelingt, auch mit sehr niedrigen Dosierungen dieser Medikamente einen Schutzeffekt nachzuweisen. Eine Studie, die im Jahre 2010 im renommierten Fachblatt Lancet veröffentlicht wurde, hat zumindest angedeutet, dass dem so sein könnte.

Leider schwingt bei solch einem Thema immer auch die Frage mit, inwieweit die Hersteller dieser Arzneimittel bei solchen Studien "mithelfen".

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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