Schützt gesunde Ernährung vor Darmkrebs?

Tendentiell ja. Die genauen Zusammenhänge sind noch nicht endgültig geklärt, aber man weiß heute, dass das häufigere Vorkommen von Darmkrebs in den westlichen Industrienationen wesentlich mit dem Lebensstil, also auch der Ernährung zu tun hat.

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Viele Vermutungen, wenig Fakten

Um eines gleich klarzustellen: Das sind reine Beobachtungen, noch keine Beweise. Natürlich liegt die Vermutung nahe, dass beispielsweise eine fettreiche und ballaststoffarme Ernährung Darmkrebs befördern könnte, wenn die Erkrankung in Regionen, in denen eine solche Kost vorherrscht, häufiger auftritt. Auch die Tatsache, dass der Krebs in den letzten Jahren in den westlichen Industriestaaten auf dem Vormarsch ist, spricht stark für den Einfluss unserer heutigen Lebens- und Essgewohnheiten.

Es bleiben aber zunächst nur Vermutungen, die sich aus bestimmten Assoziationen ergeben. Dass viel Fleisch und Fett automatisch zu Darmkrebs führt und faserreiche Kohlenhydrate ihn verhindern, steht damit noch lange nicht fest.

Das wäre wohl auch zu einfach. Darmkrebs entsteht nicht aus einer einzelnen Ursache heraus, sondern aus einer Vielzahl genetischer und umweltbedingter Einflussfaktoren. Dass dabei auch die Ernährung eine Rolle spielt, liegt gerade bei Erkrankungen des Darms, den die Nahrungsbestandteile direkt passieren, auf der Hand.

Darmkrebs und Übergewicht

Im Folgenden möchten wir Ihnen einige Zusammenhänge schildern, die den Einfluss des Essens auf bösartige Tumoren des Darms veranschaulichen.

Grundsätzlich finden sich bei Menschen mit Übergewicht häufiger sogenannte Polypen im Darm. Das sind Wucherungen, aus denen sich Krebs entwickeln kann. Und auch das Risiko für Darmkrebs selbst ist bei Übergewichtigen erhöht.

Was die Ballaststoffe anbelangt, konnte immerhin gezeigt werden, dass eine hohe Zufuhr mit einem geringeren Krebsrisiko einhergeht. Das reicht den Experten der entsprechenden wissenschaftlichen Fachgesellschaften, in den Leitlinien eine Empfehlung dafür auszusprechen. Aber dazu kommen wir später.

Bei den Fetten kommt es drauf an

Weiterhin wurden in Studien Fette, Fleisch und Alkohol hinsichtlich ihres Einflusses auf den Darmkrebs unter die Lupe genommen. Hier wiederum waren der tägliche Verzehr von Fleisch sowie ein hoher Alkoholkonsum mit einem erhöhten Risiko verbunden.

Aus Tierversuchen geht außerdem hervor, dass es eine Rolle spielt, welche Fette wir zu uns nehmen. Tierische und gesättigte Fette etwa sind riskanter als pflanzliche, ungesättigte. Omega-3-Fettsäuren scheinen sogar schützend zu wirken. Auch kurzkettige Fettsäuren wie Acetat, Propionat und n-Butyrat haben einen günstigen Einfluss, zumindest im Labor. Krebszellen ließen sich damit in ihrem Wachstum hemmen. Für spezifische Empfehlungen oder konkrete Konsequenzen für die Therapie reicht die Datenlage hier allerdings noch nicht aus.

Eine Ernährung, die reich an Folsäure und an Kalzium ist, geht wie eine ballaststoffreiche Kost auch mit einem geringeren Darmkrebsrisiko einher. Ob das aber an diesen beiden einzelnen Bestandteilen liegt oder auf andere Besonderheiten einer solchen Ernährung zurückzuführen ist, ist unklar. Dass einzelne Mikronährstoffe vorsorglich helfen könnten, ist nicht erwiesen. Das gilt auch für Vitamine, Magnesium oder Selen.

So können Sie sich schützen

Auch wenn bislang noch wenig wirklich gesichert ist, können doch bereits einige Empfehlungen zur Ernährung bei Darmkrebs ausgesprochen werden. Die aktuellen Leitlinien raten zur Vorbeugung zu folgenden Maßnahmen:

  • regelmäßige körperliche Aktivität und eine Gewichtsreduktion bei einem BMI > 25 kg/m2
  • ballaststoffreiche Kost
  • kein täglicher Fleischkonsum
  • eine folsäure- und kalziumreiche Ernährung

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Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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