Was bedeutet bei Darmkrebs "radikale Operation"?

Das ist ein furchtbarer Begriff, der sich aber so fest in den Mediziner-Jargon eingefressen hat, dass kaum ein Arzt mehr darüber nachdenkt. Vor allem Chirurgen, in Sachen Sensibilität ja ohnehin nicht auf den vorderen Plätzen, blenden gern aus, welche Wirkung solche Wortwahl auf diejenigen hat, die "radikal operiert" werden sollen.

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Eine radikale Operation bedeutet in der Krebs-Chirurgie, dass nicht nur der Tumor entnommen wird, sondern auch das umliegende Gewebe einschließlich der benachbarten Lymphgefäße und Lymphknoten. Dahinter steckt das sehr vernünftige Ziel, auf Nummer sicher zu gehen. Denn es ist nie ganz auszuschließen, dass sich vereinzelte Krebszellen schon ins Nachbargewebe ausgebreitet haben, ohne dass das bei der Operation erkennbar ist. Mit der "radikalen Operation" versucht man also, das Risiko verbleibender Krebszellen und damit eines Rückfalls zu minimieren.

Manche Chirurgen sprechen übrigens statt von einer "radikalen Operation" von einem "großzügigen Herausschneiden".  Das beweist dann endgültig, dass Ärzte sich im Studium nur sehr wenig mit der Kunst der einfühlsamen Sprache beschäftigen.

Autor: , November 2012

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