Darmkrebs-OP: Was ist eine "erweiterte Hemikolektomie rechts"?

Ärzte lieben es, sich in Arztbriefen oder Befundberichten unverständlich auszudrücken. So kann es gut sein, dass man im mitgegebenen Brief des Facharztes an den Hausarzt so etwas liest wie "geplante Hemikolektomie rechts" oder "Zustand nach erweiterter Hemikolektomie rechts".

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Rechte Dickdarmseite plus Querdarm

Mit "Hemikolektomie rechts" ist die operative Enfernung eines Dickdarm-Abschnittes gemeint. Und zwar in diesem Fall der kompletten rechten Seite, dem aufsteigenden Teil des Dickdarms. Zur Begriffserklärung: "Hemi" bedeutet halb, "Kolon" ist der Dickdarm und "Ektomie" bedeutet herausschneiden.

Bei einer erweiterten Hemikolektomie rechts wird zusätzlich auch noch der im Oberbauch liegende Querdarm entfernt. Das kann notwendig sein, wenn der Darmkrebs an der Dickdarmbiegung oben rechts liegt, also am Übergang vom aufsteigenden Part in den quer verlaufenden Part. Befindet sich der Tumor direkt im rechten Dickdarm, genügt eine reine Hemikolektomie.

Eine Hemikolektomie links ist entsprechend eine Entfernung des linken Dickdarmabschnitts (des absteigenden Teils).

Warum muss so viel Darm entfernt werden?

In der Regel und wenn irgend möglich werden bei einer solchen Operation die verbleibenen Enden zusammengenäht, also zum Beispiel das untere Ende vom Dünndarm mit dem Dickdarmrest. Das Darm ist danach deutlich kürzer, aber noch weitgehend funktionstüchtig. Dass überhaupt immer so viel Darm entnommen werden muss, obwohl der Krebsknoten verhältnismäßig klein ist, liegt daran, dass bei einem solchen Eingriff immer auch die versorgenden Blutgefäße und Lymphbahnen mit entnommen werden müssen – und die versorgen einen größeren Teil des Darms, der dann auch entfernt werden muss.

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