Wie kann man einen drohenden Darmverschluss operativ behandeln?

Der Darmverschluss gehört zu den gefährlichsten Komplikationen bei Darmkrebs. Er tritt vor allem bei sehr fortgeschrittenen Tumoren auf, ist aber prinzipiell immer möglich, wenn der Krebsknoten stark ins Darminnere hineinwächst. Ist die Verengung so ausgeprägt, dass keine Stuhlpassage mehr mögllich ist, ist das eine lebensbedrohliche Situation.

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Aus diesem Grund wird vor allem bei fortgeschrittenem Darmkrebs, der sich nicht mehr mit einer Operation komplett entfernen lässt, immer regelmäßig überprüft, ob die Darmpassage noch ausreichend möglich ist. Droht ein Darmverschluss, muss operiert werden.

In diesem Fall kommen folgende Optionen in Betracht:

  • Operative Verkleinerung des Tumors, so dass eine Stuhlpassage wieder möglich ist.
  • Umgehungsverbindung: Es wird praktisch eine Umleitung zwischen einem Darmende oberhalb des Tumors und einem darunter liegenden Darmabschnitt angelegt. Man nennt das auch Umgehungs-Anastomose.
  • Anlegung eines künstlichen Darmausgangs: Umleitung des Darms vor dem Tumor zur Bauchdecke.
  • Schienung des verengten Darmabschnitts: Einlage eines sogenannten Stents (Metallgitter), damit der Tumor den Darm nicht mehr zudrücken kann.


Welches dieser Verfahren im Einzelfall in Betracht kommt, hängt immer stark von der jeweiligen Lokalisation und Ausbreitung des Tumors ab. Nicht immer sind alle genannten Alternativen möglich. Sprechen Sie am besten in Ruhe mit dem behandelnden Arzt bzw. Chirurgen über die Möglichkeiten und lassen Sie sich dabei ausführlich und gut beraten.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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