Darmkrebs: Welche Untersuchungen gehören zur Nachsorge?

Untersuchungen zur Nachsorge bei Darmkrebs sind auch nach einer erfolgreichen Behandlung sehr wichtig. Sie dienen dazu, ein Wiederkehren des Tumors im Darm wie auch die Ausbildung von Metastasen in anderen Regionen des Körpers frühzeitig zu erkennen. Es gibt ein ganzes Bündel an Untersuchungen. Es lohnt sich aber, sie regelmäßig über sich ergehen zu lassen.

Auch nach einer kurativen Therapie, mit der eine Krebserkrankung als geheilt gilt, ist das Risiko, dass sich erneut ein Tumor bildet, noch für einige Jahre erhöht. Daher ist es wichtig, solche sogenannten Rezidive rechtzeitig zu erkennen, um dem Tumor schnellstmöglich Einhalt zu gebieten.

Metastasen können überall lauern

Es gibt bis heute leider keine Untersuchungsmethode, die alle Formen eines wiederaufkeimenden Krebses aufdecken könnte. Denn das Tückische an der Erkrankung ist, dass sie nicht nur an Ort und Stelle auftritt (im Falle des Darmkrebses also im Darm), sondern auch in anderen Körperregionen Ableger bilden kann. Die Krebszellen erreichen andere Organe entweder über das Blut oder die Lymphwege. Oft ist die Krankheit schon weit fortgeschritten, bis erstmals Symptome auftreten.

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Zu einer kompletten Nachsorge gehören daher immer mehrere Untersuchungen, die den ganzen Körper in den Blick nehmen. Speziell Darmkrebs metastasiert oft in die Leber oder die Lunge, weshalb diese Organe besonders beachtet werden müssen.

Die Zeitabstände, in denen die Untersuchungen durchgeführt werden sollten, hängen vor allem vom Tumorstadium ab, die Untersuchungen sind jedoch dieselben.

Bei den folgenden Untersuchungen handelt es sich vor allem um Empfehlungen, die von einer Expertengruppe als Leitlinie für die behandelnden Ärzte ausgesprochen wurden. Teilweise können bildgebende Untersuchungen auch durch andere ersetzt werden, ohne dass die Behandlung deshalb "falsch" wäre.

Anamnese und körperliche Untersuchung

Eine Befragung und Erhebung von möglichen Beschwerden gehört wie auch eine gründliche körperliche Untersuchung zu jedem Nachsorgetermin. Sie können dem Arzt wertvolle Hinweise auf ein Wiederaufkeimen der Erkrankung geben.

CEA

CEA (karzinoembryonales Antigen) ist ein Tumormarker, der von den Krebszellen gebildet wird. Nach der Therapie ist er in der Regel kaum mehr nachweisbar. Ein Wiederanstieg weist auf ein Rezidiv hin.

Durch eine einfache Blutentnahme kann ein erhöhter CEA-Wert erkannt und vor allem neue Metastasen sehr frühzeitig detektiert werden. Daher sollte diese Untersuchung in der Nachsorge immer durchgeführt werden, und zwar halbjährlich über mindestens 2 Jahre.

Sonographie

Bei der Ultraschalluntersuchung wird der gesamte Bauchraum untersucht. Sie eignet sich jedoch vor allem dafür, um Absiedelungen des Krebses in der Leber zu erkennen. Gegenüber einer Computertomographie hat sie den Vorteil, dass sie ohne schädliche Strahlenbelastung auskommt.

Röntgen

Mit einer Röntgenuntersuchung des Brustkorbs können Metastasen in der Lunge entdeckt werden. Daher ist diese Untersuchung durchaus sinnvoll, wenn sich der Darmkrebs im Enddarm (Rektum) ausgebildet hat. Von dort aus werden nämlich häufiger Metastasen direkt in der Lunge ausgebildet.

Die Untersuchung sollte jährlich über insgesamt 5 Jahre erfolgen.

Computertomographie

Eine Computertomographie des Beckens sollte dann durchgeführt werden, wenn Darmkrebs im Enddarm festgestellt wurde. In dem Fall bietet die CT-Untersuchung eine gute Möglichkeit, ein erneutes Auftreten von Darmkrebs zu erkennen.

Sie erfolgt allerdings nur einmalig 3 Monate nach Abschluss der Therapie. Gegen einen routinemäßigen Einsatz in der Nachsorge spricht die hohe Strahlenbelastung und die damit verbundenen Gefahren, die der Nutzen insgesamt nicht aufwiegt.

Darmspiegelung

Ebenso wichtig wie in der Früherkennung von Darmkrebs ist die Darmspiegelung auch bei der Nachsorge. Hiermit lässt sich am zuverlässigsten ein erneutes Auftreten von Darmkrebs direkt im Dickdarm feststellen oder auch ausschließen.

Die Untersuchung sollte nach einem Jahr erfolgen. Wenn es keine Auffälligkeiten gibt, reicht danach eine Kontrolle alle 5 Jahre.

Eine sogenannte Sigmoidoskopie oder Rektoskopie wird nur bei Tumoren im Enddarm durchgeführt.

Wenn Sie sich unsicher sein sollten, welche Nachsorgeuntersuchungen für Sie notwendig sind, sollten sie sich auf jeden Fall noch einmal persönlich von ihrem behandelnden Arzt informieren lassen.

Autoren: Martin Kluge, Eva Bauer (Ärztin)

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).
Kommentare (2)
Nachsorge bei Darmkrebs
2 Sonntag, den 06. Oktober 2019 um 11:43 Uhr
Monika
Ich bin mit den Ausführungen auf dieser Seite nicht ganz einverstanden. Denn ich finde, jeder Krebserkrankte hat das Recht auf eine leitliniengerechte Untersuchung. Es kann nicht sein, dass die Ärzte ohne Rücksprache mit dem Patienten eben mal einige Untersuchungen weglassen. Sie alle sollten mal die Perspektive wechseln. Offensichtlich wird hier auf Kosten der Patienten alles nur schön geredet. Aber wenn dann Metastasen irgendwo im Körper übersehen werden, weil die oder andere Untersuchungen nicht gemacht wurden, dann ist der Krebskranke derjenige, der daran sterben wird.
Nachsorge bei Rektumkrebs
1 Freitag, den 21. Dezember 2018 um 12:15 Uhr
Mareike
Ich hatte jetzt meinen zweiten Nachsorgetermin. Dort wurde weder eine körperliche Untersuchung, noch eine Röntgenuntersuchung vorgenommen? Ich finde, dass die Ärzte auf Kosten der Patienten sehr sparsam mit den Untersuchungen sind. Ich fühle mich überhaupt nicht wohl bei dem Gedanken, was eigentlich noch alles (laut Leitlinien) hätte untersucht werden müssen. Hier wird mit meinem Leben gespielt. Aber es scheint keinen zu interessieren.
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