Darmkrebs: Was bedeutet der Tumormarker CEA?

CEA steht für karzinoembryonales Antigen. Dabei handelt es sich um ein Protein, das bei erwachsenen Menschen hauptsächlich in Zellen der Darmschleimhaut und der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Bei Darmkrebs bilden die entarteten Zellen häufig mehr CEA. Im Blut lässt sich dann ein erhöhter Wert nachweisen.

Zum Screening ungeeignet

Tumormarker sind Stoffe, die normalerweise im Körper nicht oder kaum vorkommen, von Krebszellen aber verstärkt produziert werden. Es können Proteine, Enzyme oder auch Hormone sein, die sich über eine einfache Blutentnahme bestimmen lassen.

Allerdings ist der jeweilige Wert und seine Aussagekraft mit Vorsicht zu genießen. Tumormarker werden oft als spezifische Tests angepriesen, mit der eine Krebserkrankung angeblich sicher festgestellt werden kann. Das ist aber nicht richtig. Denn der bloße Wert sagt wenig aus. Würde man ihn bei der Allgemeinbevölkerung erheben, hätten viele Probanden einen hohen Wert, ohne jemals an Krebs zu erkranken; andere hätten völlig unauffällige Werte, obwohl bereits ein Tumor in ihnen heranwächst.

Der Verlauf ist entscheidend

Als Screening-Instrument sind die meisten Tumormarker daher gänzlich ungeeignet. Anders sieht es im Bereich der Nachsorge aus. Hier haben die Substanzen ihren eigentlichen Stellenwert.

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Denn die Veränderung des Blutwertes im Verlauf sagt sehr wohl etwas über die Tumorerkrankung aus. Ist der Wert nach der Therapie abgesunken und steigt nach einer Weile wieder an, ist davon auszugehen, dass der Tumor erneut ausbricht oder sich Metastasen, d.h. Absiedelungen in anderen Körperregionen gebildet haben. Vor allem bei Lebermetastasen ist der Wert ein recht verlässlicher Parameter und sagt auch etwas über die Prognose aus.

Nach der Behandlung halbjährliche Kontrollen

Beim Darmkrebs ist es das CEA, das als sogenannter Verlaufsparameter nach der Behandlung bestimmt wird. Er kann jedoch auch bei anderen Krebsarten erhöht sein, wie z.B. beim Lungen-, Brust- oder Schilddrüsenkrebs.

Nach einer erfolgreichen Darmkrebstherapie sollte das CEA unter dem Normwert liegen. In der Nachsorge wird dieser Wert regelmäßig kontrolliert. Denn tatsächlich lassen sich damit Metastasen sogar noch früher erkennen als mit einer Ultraschalluntersuchung oder mit der Computertomographie.

Deshalb wird in den ersten 2 Jahren nach einer Darmkrebstherapie eine regelmäßige CEA-Kontrolle in Abständen von etwa 6 Monaten, in den darauffolgenden 3 Jahren eine jährliche Kontrolle empfohlen.

Autoren: Martin Kluge, Eva Bauer (Ärztin)

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