Ab wann muss man zur Darmkrebsvorsorge, wenn ein familiäres Risiko vorliegt?

Die normale Empfehlung, ab dem 50. Lebensjahr regelmäßig zur Darmkrebsvorsorge zu gehen, gilt nicht für Menschen mit besonderem familiären Risiko. Hier müssen die Vorsorgeuntersuchungen sehr viel früher beginnen, da zum einen die Erkrankungswahrscheinlichkeit höher ist, zum anderen der Darmkrebs auch schon in jüngerem Alter auftreten kann.

Zu unterscheiden sind hier Familien mit nachgewiesenem erblichen Darmkrebs (HNPCC = Hereditary Non-Polyposis Colorectal Cancer, oder FAP = Familiäre Adenomatöse Polyposis) sowie Familien mit gehäuften Darmkrebsfällen, ohne dass ein bestimmtes Risiko-Gen gefunden wurde.

Kontrolluntersuchungen ab dem 25. Lebensjahr

Bei HNPCC und FAP in der Familie, also bei nachgewiesenem genetischen Risiko für Darmkrebs, wird zunächst einmal untersucht, ob das Gen auch bei einem selbst bzw. der betreffenden Person vorliegt. Wenn ja, sollten die Vorsorgeuntersuchungen schon ab dem 25. Lebensjahr (HNPCC) oder sogar 10. Lebensjahr (FAP) beginnen.

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Kam es zu gehäuften Darmkrebsfällen in der Familie, ohne dass HNPCC oder FAP nachgewiesen werden konnte, muss dennoch von einem erhöhten Risiko auch für alle Familienmitglieder ausgegangen werden. Deshalb gilt: Auch hier deutlich früher mit der Vorsorge beginnen. Faustregel: Etwa 10 Jahre vor dem Alter, in dem ein Familienmitglied erstmals an Darmkrebs erkrankte. Da das oft schwierig zu ermitteln ist, sollte zur Sicherheit auch hier bereits ab dem 25. Lebensjahr mit der regelmäßigen Darmkrebsvorsorge begonnen werden.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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