Was bedeutet bei Darmkrebs die Abkürzung FAP?

Die Abkürzung FAP steht für familiäre adenomatöse Polyposis und ist für etwa 1% aller Darmkrebsfälle verantwortlich. Damit ist die FAP nach dem Lynch-Syndrom die zweithäufigste erbliche Ursache für Darmkrebs.

Darm voller Polypen

Dem Krankheitsbild liegt eine Mutation eines einzelnen Gens, dem APC (Adenomatöse-Polyposis-Coli)-Gen, zugrunde. Im gesamten Bereich des Dickdarms entstehen dadurch bei betroffenen Personen hunderte, manchmal sogar tausende Polypen.

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Zwar sind diese Schleimhautausstülpungen der Darmwand zunächst gutartig, können jedoch im Dickdarm mit der Zeit entarten und so zum Darmkrebs führen. Aufgrund der großen Anzahl an Polypen, die bei der FAP entstehen, ist das Entartungsrisiko sehr hoch. Die Wahrscheinlichkeit, dass im Laufe des Lebens Darmkrebs entsteht, liegt bei nahezu 100%.

Gefährlich: frühzeitige Entartung

Die Entstehung der Polypen beginnt bei der FAP am häufigsten nach dem 15. Lebensjahr, davor ist das Entartungsrisiko noch sehr gering. Im Mittel entsteht Darmkrebs bei der FAP verhältnismäßig früh im Alter von 36 Jahren. Deshalb kommt  frühzeitigen Vorsorge- und Kontrolluntersuchungen bei Betroffenen mit FAP eine besonders hohe Bedeutung zu.

Autor: Martin Kluge

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