Ist Darmkrebs vererblich?

Darmkrebs ist (abgesehen von einigen Sonderformen) nicht direkt vererblich in dem Sinne, dass es einen ganz bestimmten Gendefekt gibt, der weiter vererbt wird. Allerdings spielen erbliche Faktoren gleichwohl eine große Rolle bei der Entstehung von Darmkrebs. So ist das Risiko, Darmkrebs zu bekommen, deutlich höher, wenn in der engeren Familie Darmkrebs aufgetreten ist.

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Offenbar gibt es in diesen Familien eine genetisch manifestierte Neigung, im Laufe des Lebens bestimmte Zelltypen im Darm zu entwickeln, die entarten können.

Allerdings gibt es auch zahlreiche andere, nicht-genetische Faktoren, die das Entstehen von Darmkrebs fördern können. Auch wenn in der Familie kein Fall von Darmkrebs bekannt ist, sollten Sie also die Krebsvorsorgetermine wahrnehmen.

Bei den oben genannten Sonderformen handelt es sich v.a. um den "Erblichen Nicht-polypösen Darmkrebs", kurz HNPCC genannt (engl.: Hereditary Non-Polyposis Colorectal Cancer). Er wird auch als Lynch-Syndrom bezeichnet. Bei etwa 5-7% aller Darmkrebsfälle liegt ein HNPCC vor. Hier wird über bestimmte Genveränderungen die Anlage vererbt, schon in jüngerem Lebensalter polypenartige Veränderungen im Darm (aber auch in anderen Organen wie z.B. der Gebärmutter) zu entwickeln, die frühzeitig entarten können.

Eine weitere Sonderform ist die "Familäre Adenomatöse Polyposis (FAP). Bei etwa 1% aller Darmkrebsfälle liegt als Ursache eine FAP vor. Auch hier entwickeln sich bereits in jungen Jahren Darmpolypen, und zwar bei dieser Erbvariante zu Tausenden. Diese Polypen sind zwar zunächst gutartige Gewebewucherungen, können sich aber mit der Zeit zu bösartigen Geschwüren entwickeln.

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Kommentare (1)
Angst vor Darmkrebs
1 Mittwoch, den 26. Dezember 2018 um 01:36 Uhr
Sonja Rengier
Mutter mit 67 daran gestorben. Und 2 Schwestern im Alter von 40 und 52!
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