Neue Argumente für die Darmkrebsvorsorge

Eine regelmäßige Darmspiegelung senkt das Risiko, Darmkrebs im fortgeschrittenen Stadium zu entwickeln. Darauf zumindest deutet eine aktuelle Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) hin.

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In der Untersuchung wurden 3.300 Saarländer, die sich einer Darmspiegelung unterzogen hatten, unmittelbar danach näher befragt. Dabei zeigte sich, dass bei denjenigen, die schon zuvor eine solche Vorsorgeuntersuchung mitgemacht hatten, deutlich seltener ein fortgeschrittener Tumor entdeckt wurde als bei den Teilnehmern, bei denen es sich um die erste Darmspiegelung handelte. In der ersten Gruppe lag die Häufigkeit solcher bösartigen Befunde bei 6%, in der Gruppe der Erstteilnehmer dagegen bei 11%.

Diese Ergebnisse sprechen laut DKFZ-Experten dafür, dass sich die regelmäßige Darmspiegelung lohnt. Im Prinzip gibt man möglichen Tumoren damit weniger Zeit, unbemerkt zu wachsen.

Es gibt auch Gegenstimmen

Allerdings gibt es auch Gegenstimmen. Von anderen Experten nämlich wird die Vorsorge - zumindest bei Personen ohne besondere Risiken - auch immer wieder in Frage gestellt. Deren Argument: Man würde zwar mit der Darmspiegelung einen möglichen Darmkrebs früher entdecken. Es sei aber fraglich, ob man deshalb auch bessere Chancen habe. Und ganz ohne ist dieses Argument nicht: Die statistisch längeren Überlebenszeiten bei Frühentdeckung könnten tatsächlich auch ein Trugschluss sein.

Deutlich machen lässt sich das an einem (leider unschönen) Beispiel: Würde man in jedem Fall im Jahre 2050 an einem Darmkrebs sterben, unabhängig davon, wann er entdeckt wird, dann läge die Überlebenszeit bei einer Frühentdeckung im Jahre 2032 bei 18 Jahren. Würde der Tumor erst 2049 entdeckt werden, läge sie bei 1 Jahr. Man würde also in Wirklichkeit gar nicht länger leben, sondern nur länger von dem Krebs wissen.

Unterm Strich spricht vieles für die Vorsorge

Allerdings ist auch diese Herangehensweise kritisch zu sehen. Sie stimmt nämlich nur, wenn man nach der Entdeckung nichts gegen den Krebs tun kann. Das ist bei Darmkrebs aber nicht der Fall. Gerade frühe Tumoren lassen sich oft noch komplett heilen. Unterm Strich hat also das Deutsche Krebsforschungszentrum mit seiner Empfehlung zur regelmäßigen Darmkrebsvorsorge sicherlich recht.

Autoren: WANC/, 05.01.10
Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum

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