Große Menschen erkranken häufiger an Darmkrebs

Es klingt auf den ersten Blick ein bisschen verrückt: Große Menschen haben ein höheres Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Auch ein hohes Körpergewicht und ein großer Hüftumfang gehen mit einem gesteigerten Darmkrebsrisiko einher.

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Dies ist das Ergebnis einer großen europaweiten Beobachtungsstudie mit über 360.000 Teilnehmern. Darin waren verschiedene Faktoren des täglichen Lebens und ihr Einfluss auf das Krebsrisiko unter die Lupe genommen worden.

Haben große Menschen "zu viele" Zellen?

Dass Dickdarmkrebs durch Übergewicht gefördert wird, war schon zuvor bekannt. Dass aber auch die Körperlänge Einfluss auf das Risiko hat, ist neu. Und etwas überraschend. Ein Beispiel: Frauen mit einer Körpergröße unter 1,56 Meter erkranken der Studie zufolge um 80% seltener an Darmkrebs als Frauen mit einer Körpergröße über 1,67 Meter.

Einer der deutschen Studienleiter, Heiner Boeing, führt diesen Zusammenhang auf die vermehrte Zahl an Zellen bei großen Menschen zurück. Denn umso mehr Zellen im Körper vorhanden sind, umso mehr können theoretisch auch zu einer Krebszelle mutieren. Klingt ein wenig skurril, ist aber ernst gemeint.

Da man an seiner Körpergröße wenig verändern kann, wollen wir ein anderes, sehr viel besser beeinflussbares Studienergebnis nicht verschweigen: Auch ein hoher Fleischkonsum geht nachweislich mit einem höheren Darmkrebsrisiko einher. Und wer viele Ballaststoffe zu sich nimmt, kann sein Risiko um bis zu 40% senken.

Autoren: Christian Sachse & Dr. med. Jörg Zorn, 06.07.06

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