Darmkrebs-Vorsorge: Jeder Fünfte über 55 hat Polypen im Dickdarm

Die Darmspiegelung zur Früherkennung von Darmkrebs lohnt sich. Eine Analyse von über 100.000 Einzeluntersuchungen zeigt, dass damit zahlreiche Krebs-Vorstufen rechtzeitig erkannt und damit bösartige Tumoren verhindert werden können.

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Die Studie wurde von einem niedergelassenen Facharzt durchgeführt. Er bekam Zugriff auf eine Online-Datenbank, in der die Daten von 110.000 Darmspiegelungen von 280 Arztpraxen abgelegt sind. Die Ergebnisse der Analyse wurden jetzt in einem Fachblatt veröffentlicht.

Zahlreiche Krebsvorstufen rechtzeitig entdeckt

Das bemerkenswerteste Resultat: Bei jedem fünften der über 55jährigen fanden sich Polypen im Darm. Solche Polypen gelten als Krebsvorstufen. Sie sind zwar gutartig, doch auf lange Sicht kann sich aus diesen kleinen Geschwülsten ein bösartiger Tumor entwickeln. Werden Polypen in der Darmspiegelung entdeckt, werden sie in der Regel meist sofort, also noch während der Untersuchung, entfernt. Danach sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen alle paar Jahre notwendig.

Bei 0,7% der Darmspiegelungen wurde ein Dickdarmkrebs entdeckt. Immerhin in jedem zweiten Fall aber noch in einem sehr frühen Stadium (Dukes A).

An diesen Ergebnissen wird deutlich, wie wichtig eine Darmspiegelung sein kann. Bei der Untersuchung des Stuhls auf Blut bleiben die Polypen nämlich meist unerkannt. Weil sie nur selten bluten. Und auch ein Darmkrebs im Frühstadium wird durch eine Spiegelung zuverlässiger entdeckt als durch eine reine Stuhlprobe. Die Befürchtungen, die Viele vor der Darmspiegelung haben, sind eher unbegründet. Die Untersuchung ist relativ sicher und auch weitaus weniger unangenehm als dass oft angenommen wird.

Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 08.03.06
Quelle: Deutsche Medizinische Wochenschrift 2006; 131 (8): 379-383

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