ASS und Ibuprofen gegen Darmkrebs?

Die längerfristige Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS, „Aspirin“) oder Ibuprofen scheint bei Menschen mit Darmkrebs die Prognose zu verbessern. Das Risiko, an der Erkrankung zu versterben, sinkt um 20%, wenn diese Medikamente eingenommen werden. Dies zumindest ergab eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums.

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Insgesamt nahmen 1.700 Patienten mit gerade entdecktem Darmkrebs an der Untersuchung teil. 650 von ihnen nahmen niedrig dosiert Acetylsalicylsäure zur Vorbeugung von Herzinfarkt oder Schlaganfall ein. Das ist eine übliche Behandlung zur Vorbeugung bei gefährdeten Patienten. Weitere 300 Studienteilnehmer standen unter Ibuprofen-Behandlung, meist wegen chronischer Gelenkentzündungen wie Rheuma oder ähnlichen Beschwerden.

Um 20% verbesserte Überlebenschancen

Wer eines dieser beiden Medikamente länger als zwei Jahre eingenommen hatte, hatte ein um 20% geringeres Sterberisiko. Alle Behandlungsjahre darüber hinaus hatten keinen zusätzlichen Effekt mehr.

Schon zuvor gab es mehrere Hinweise auf einen solchen Schutzeffekt von Acetylsalicylsäure und Ibuprofen. Beide Substanzen gehören chemisch zur gleichen Gruppe und hemmen unter anderem das Enzym Cyclooxygenase. Dieses Enzym wiederum ist an diversen Entzündungsvorgängen im Körper beteiligt und könnte auch eine Rolle in der Tumorentstehung bzw. beim Tumorwachstum spielen.

Ob die beiden Arzneimittel zur Darmkrebsvorbeugung taugen, müssen weitere Studien zeigen. Immerhin sind beide auch nicht frei von Nebenwirkungen.

Autor: WANC 25.02.11
Quelle: Anna E Coghill, Polly A Newcomb, Peter T Campbell, Andrea N Burnett-Hartman, Scott V Adams, Elizabeth M Poole, John D Potter, Cornelia M Ulrich: Prediagnostic non-steroidal anti-inflammatory drug use and survival after diagnosis of colorectal cancer (DOI:10.1136/gut.2010.221143)

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