COPD: Gehgeschwindigkeit verrät Schweregrad

Sowohl der Schweregrad als auch die Prognose einer COPD lassen sich mit dem sogenannten „Sechs-Minuten-Gehtest" sehr gut einschätzen. Zu diesem Ergebnis sind jetzt niederländische Ärzte in einer Studie gekommen. Die COPD (chronischer-obstruktive Lungenkrankheit) ist eine zunehmend häufiger werdende schwere chronische Lungenerkrankung. Sie gilt als Spätfolge der Raucherlunge.

Unter 350 Metern Gehstrecke in sechs Minuten wird's kritisch

Die Wissenschaftler beobachteten den Verlauf der Erkrankung bei 2.100 COPD-Patienten über drei Jahre. Dabei erwies sich der Sechs-Minuten-Gehtest als zuverlässigster Parameter für die Einschätzung der Prognose. Wer in den sechs Minuten nur 357 Meter Gehstrecke oder weniger schaffte, musste in der Folgezeit häufiger ins Krankenhaus, wer gar unter 334 Metern blieb, hatte ein relevant erhöhtes Sterberisiko. Zum Vergleich: Gesunde schaffen in sechs Minuten in der Regel eine Strecke von rund 800 Metern.

Dass Menschen, die an COPD leiden, nur so geringe Gehstrecken schaffen, liegt an ihrer Atemnot. Die nimmt in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung solche gravierenden Ausmaße an, dass größere Strecken fast nur noch mit Hilfe eines Rollators zu bewältigen sind. Im Spätstadium der COPD benötigen viele der Betroffenen rund um die Uhr eine Sauerstoffmaske.

Wer all das nicht erleben möchte, sollte aufhören zu rauchen.

Autor: WANC, 20.05.2011
Quelle: ATS American Thoracic Society, International Conference, San Francisco, 13.–18.5.; pte

Alle Fragen und Antworten zur COPD finden Sie hier:
COPD: Ursachen, Behandlung, Prognose

Kommentare (2)
Nicht immer ist Rauchen schuld
2 Montag, den 27. März 2017 um 08:50 Uhr
Navigator-Redaktion
Hallo Frau Schröder,
Sie haben Recht mit Ihrer Kritik, natürlich gibt es auch Menschen wie Sie, bei denen die COPD entsteht, ohne dass sie jemals geraucht haben. Das ist zwar selten, dennoch entschuldigen wir uns für den etwas zu pauschalen Rat oben.
Alles Gute und viele Grüße
Ihr Navigator-Team
Schon fast frech
1 Montag, den 27. März 2017 um 07:49 Uhr
Katrin Schröder
Der Kommentar "Wer das nicht erleben möchte, sollte aufhören zu rauchen" ist schon fast unverschämt. Ich bin 51 Jahre, habe nie geraucht und leide unter schwerer COPD, meine Lungenfunktion liegt bei ca. 15-19%. Trotz Medikamenten ist meine Lebensqualität erheblich eingeschränkt. Leider hat noch niemand einen Weg der Hilfe für mich gefunden, ich wollte gerne diese Ventilimplantate, aber leider gibt es keinen Arzt, der mir diese einsetzt. Aber zu sagen, es liegt am Rauchen, geht gar nicht.
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