Wie wird die idiopathische Lungenfibrose (IPF) behandelt?

Bisher ist eine Lungentransplantation die einzige Chance auf Heilung. Sie kommt aber nur für einen sehr kleinen Anteil der Betroffenen in Betracht. So ist diese Maßnahme nur eine Option bei Patienten, die unter 65 Jahre alt sind und insgesamt noch körperlich relativ fit sind. Der Mangel an Spenderorganen und der schwierige Eingriff machen einen breiten Einsatz nahezu unmöglich.

Medikamente, die die Krankheit aufhalten können, gab es bis zum Jahr 2011 nicht. Die häufig eingesetzten Kortison-Präparate oder ähnliche Immunblocker erwiesen sich als wirkungslos. Und mittlerweile weiß man auch, warum: Es sind keine entzündlichen oder immunologischen Prozesse, die der Bindegewebsvermehrung zugrunde liegen, sondern eher überschießende Reparaturmaßnahmen.

Sauerstofftherapie und Hoffnung auf neue Medikamente

Einzige Möglichkeit, die Beschwerden zu lindern, war somit bis vor kurzem eine Sauerstoffgabe. Dafür gibt es mittlerweile mobile, tragbare Beatmungsgeräte. Damit lassen sich die Beschwerden in der Regel sehr gut lindern. Das Tragen der Sauerstoffschläuche in der Nase ist zwar gerade in der Eingewöhnungsphase unangenehm und eine ziemliche Umstellung. Aber die dadurch deutlich verbesserte Atmung macht das mehr als wett. Allerdings handelt es sich bei der Sauerstofftherapie natürlich nur um eine rein symptomatische Behandlung. Ein Aufhalten der Erkrankung gelingt damit nicht.

Seit 2011 steht mit Pirfenidon (Esbriet®) erstmals eine medikamentöse Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung, die den Krankheitsverlauf zumindest eine Zeit lang aufhalten kann. Das gilt auch für den Wirkstoff Nintedanib, der wohl in Kürze (2015) folgen wird. Beide Medikamente sind keine Allheilmittel, sind aber in der Lage, durch einen direkten Eingriff in das Vernarbungsgeschehen den Verlauf der Lungenfibrose in vielen Fällen zumindest zu bremsen.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn   

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