Feinnadelbiopsie

Bei der Feinnadelbiopsie (auch Feinnadelaspirationsbiopsie (FNAB) oder Feinnadelpunktion genannt) handelt es sich um ein Verfahren der Gewinnung von Zellen aus einem inneren Organ für eine mikroskopische Untersuchung zur Abklärung eines örtlichen Krebsverdachtes.

Beispiele sind Feinnadelbiopsien Tumor-verdächtiger Knoten in Speicheldrüse, Schilddrüse, Lunge, Mittelfell, Leber, Bauchspeicheldrüse und Prostata. Bei den unter der Haut liegenden verdächtigen Knoten wird unter manueller Kontrolle und ohne örtliche Betäubung eine kurze, ca. 0,75 mm dünne Injektionsnadel eingeführt. Bei tiefer liegenden Knoten werden längere Nadeln gezielt unter Ultraschall- oder Röntgenbild-Kontrolle verwendet.

Durch Anlegen eines Soges (Unterdruck) mit einer angesetzten Spritze und fächerförmigen Bewegungen der Nadel wird die einem Tropfen entsprechende Menge von Zellen abgesaugt, die mehrere tausend Zellen aus verschiedenen Regionen des betreffenden Gewebes umfassen kann. Sie werden auf Glasobjektträger aufgebracht und gefärbt. Die Beurteilung erfolgt durch einen Pathologen.

Die Feinnadelbiopsie ist im Unterschied zur Stanzbiopsie in der Regel schmerzfrei und verursacht kaum Komplikationen (Blutungen, Infekte). Die Verschleppung von Tumorzellen durch die Feinnadelbiopsie kommt nur in Ausnahmefällen vor. Bei Nachweis gutartiger Zellen kann in der Regel eine Gewebeentnahme durch Messer- oder Stanz-Biopsie bzw. eine diagnostische Operation unterbleiben. Durch weiterführende Untersuchungen an den entnommenen Zellen durch die DNA-Zytometrie, die Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FisH) oder die Immunzytochemie lässt sich die diagnostische Treffsicherheit der Feinnadelbiopsie weiter verbessern.

 


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