Lobuläres Karzinom in situ

Das lobuläre Karzinom in situ (engl. lobular carcinoma in situ oder LCIS) ist ein nicht invasives (nicht in umliegendes Gewebe eingedrungenes) Karzinom der weiblichen Brust. Obwohl sich das LCIS an „Ort und Stelle“ (in situ) befindet, kann es sich im Laufe von bis zu 25 Jahren in etwa 20 % - 30 % aller Fälle zu einem invasiven Mammakarzinom entwickeln. Das lobuläre Karzinom in situ ist somit eine Präkanzerose bzw. ein Borderline-Tumor.

Epidemiologie

Der Anteil des LCIS an den nicht invasiven Karzinomen beträgt je nach Quelle etwa 5 %.

Diagnose

Da dieses Karzinom selten Mikrokalk bildet, kann es in der Regel nicht durch eine Mammographie diagnostiziert werden. Oft wird das LCIS zufällig durch eine Biopsie entdeckt, die zur Abklärung einer anderen Diagnose entnommen wurde.

Histologie

Das LCIS entsteht in den Lobuli (Milchdrüsen) und den intralobulären Ductuli (Milchgangsysteme, die innerhalb der Lobi liegen, siehe Anatomie der weiblichen Brust).

Dieses Karzinom neigt dazu,

  • in etwa 50 bis 85 Prozent aller Fälle multizentrisch (weitere Tumore außerhalb eines einzelnen Quadranten),
  • in etwa 30 bis 65 Prozent aller Fälle bilateral (beidseitig)
  • und eher vor, als nach der Menopause

aufzutreten.

Therapie

Bisher wurde dieses Karzinom meist nur beobachtet und nicht therapiert.

Prognose

Der Nachweis eines LCIS erhöht das Risiko an einem bösartigen Tumor zu erkranken um etwa den 6- bis 9-fachen Faktor und um das 14-fache, wenn in der Verwandtschaft ersten und zweiten Grades bereits Brustkrebs auftrat.

Hinweis: Bisher ging man davon aus, dass der Nachweis eines LCIS nur ein Anzeichen für ein erhöhtes Erkrankungsrisiko war. Neueste Studien kommen jedoch zu dem Ergebnis, dass das LCIS wahrscheinlich doch ein Vorläufer des invasiven Mammakarzinoms ist, so dass die bisherige Annahme über die weitgehende Harmlosigkeit des LCIS vermutlich nicht aufrechterhalten werden kann.


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