Allgemeine Informationen zu Mammatumoren

Als Mammatumoren werden gut- und bösartige Tumoren der Brustdrüse des Menschen beziehungsweise solche des Gesäuges bei Tieren bezeichnet. Pathologen bezeichnen heute nur noch echte Neoplasien (ungesteuerte Gewebsneubildungen aus atypischen Zellen) als Tumor. Im allgemeinen medizinischen Sprachgebrauch werden auch nichtneoplastische Raumforderungen und tumorähnliche Veränderungen so genannt.

Gutartige Mammatumoren bzw. tumorartige Veränderungen beim Menschen sind zum größten Teil Fibroadenome oder fibrozystische Veränderungen.

Fibrozystische Veränderungen entstehen im Drüsen- und Gangepithel aufgrund der wechselnden Hormoneinflüsse im weiblichen Zyklus. Zysten entstehen dabei aus erweiterten Milchgängen und Drüsenläppchen (Lobuli) und können wenige Millimeter bis mehrere Zentimeter groß werden. Die meisten tastbaren „Knoten“ in der Brust sind Zysten. Die Zystenwand besteht aus atrophiertem Drüsenepithel, das etwa ebenso selten entartet wie normales Drüsengewebe. Zysten sind also kein Risikofaktor für die Entstehung von Brustkrebs.

Die bindegewebigen (fibrotischen) Umbauvorgänge und Verkalkungen der Drüsenläppchen heißen sklerosierende Adenose. Die mikroskopische Untersuchung solcher Bezirke zeigt oft auch Hyperplasie (vermehrte Zellzahl) in den Epithelien, ohne dass dies eine Vorstufe zum Krebs darstellt.

Erst die sogenannte atypische Hyperplasie der Gänge (atypische duktale Hyperplasie, ADH) oder der Lobuli trägt ein messbar erhöhtes Risiko der Entartung. Mikroskopisch ist sie an einer unregelmäßigen, siebartigen Auffüllung des Ganglumens mit leicht unregelmäßigen Zellen erkennbar. Die atypische Hyperplasie wird als Präkanzerose (Krebsvorstufe) gewertet und in der Regel operativ entfernt. Der Übergang der atypischen Hyperplasie zu den echten in-Situ-Karzinomen (LCIS, DCIS) ist fließend. Kennzeichen der In-Situ-Karzinome ist eine völlige Aufhebung der normalen Schichtstruktur des Epithels .

Papillome sind makroskopisch sichtbare hyperplastische Wucherungen in einem großen Milchgang nahe der Brustwarze. Sie können entarten und werden daher ebenfalls als Krebsvorstufen operiert. Papillome sind die häufigste Ursache von Blutungen aus der Brustwarze.

Fibroadenome sind gutartige Wucherungen aus verzweigten Endgängen, Lobuli, und Bindegewebe ohne Entartungstendenz. Sie sind die häufigsten soliden Knoten vor allem bei jüngeren Frauen unter 40 Jahren. Wenn sie sich über mehrere Jahre nicht verändern oder durch eine Biopsie gesichert sind, benötigen sie keine Operation.

Phylloidestumoren ähneln den Fibroadenomen, wachsen jedoch sehr schnell. Ihre bindegewebige Komponente entartet in ca. 20 %. Phylloidestumoren müssen daher entfernt werden.

Hamartome sind Mischtumoren aus versprengten Embryonalzellen, die vermutlich schon in der Kindheit entstehen und gutartig sind. Sie enthalten charakteristischerweise Drüsengewebe, Fett und Bindegewebe.

Rein bindegewebige Tumoren der Brust sind seltener. Alle vorkommenden Gewebe können sie ausbilden: Gutartige Lipome, Myome, Fibrome, Hämangiome, und verschiedene bösartige Sarkome entstehen auch in der Brustdrüse. Auch Lymphome und Metastasen von Tumoren in anderen Organen werden gelegentlich gefunden.

Große, tastbare Knoten sind ca. überwiegend gutartige Mammatumoren und Zysten, während nur 8 % bösartige Karzinome oder Karzinomvorstufen ausmachen. Auch die im Mammographiescreening gefundenen kleinen Herde sind überwiegend gutartig.


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