Wie zuverlässig ist die Mammographie?

Die Mammographie hat zwar in der Brustkrebsfrüherkennung und Diagnostik eine große Bedeutung, als alleinige Maßnahme ist sie aber nur bedingt zuverlässig. Nach letzten Studien werden 10-20% der bösartigen Tumoren mit der Mammographie nicht erkannt.

Außerdem sind 10% der durch Mammographie aufgedeckten "bösartigen Befunde" falsch, es stellt sich also in jedem zehnten Fall später heraus, dass gar kein bösartiger Tumor vorliegt. In einer großen Studie der Australian National University aus dem Jahre 2004 wurde festgestellt, dass das vor allem bei sehr schlanken Frauen passiert. Und bei Frauen, die Hormone gegen ihre Wechseljahresbeschwerden einnehmen.

Sehr häufig Krebsverdacht, ohne dass Krebs vorliegt

Insgesamt sind diese "falsch bösartigen" Befunde sogar häufiger als die Fälle, in denen mit der Mammographie tatsächlich ein bösartiger Tumor entdeckt wird. Für eine Frau, bei der die Mammographie auf einen bösartigen Tumor hinweist, bedeutet dies, dass sich dieser Verdacht in der Mehrzahl der Fälle durch weitere Untersuchungen wieder auflöst.

Empfohlen wird daher in der Brustkrebs-Früherkennung immer eine Kombination aus ärztlicher Untersuchung, Sonographie und Mammographie. Ein entscheidender Faktor ist dabei laut mehreren Studien auch die Erfahrung bzw. das Können des Arztes. Es lohnt sich also, hier zu einem Spezialisten zu gehen.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

Alle Fragen und Antworten zur Mammographie finden Sie hier:
Mammographie: Nutzen und Risiken

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