Brustkrebs: Ist die geplante Behandlung richtig für mich?

Die Diagnose Brustkrebs wirft einen erstmal aus der Bahn. Viele Fragen, Ängste und Zukunftssorgen kommen auf. Und natürlich möchte jeder optimal behandelt werden und sicher sein, dass die Ärzte das Richtige tun.

Ein schmaler Grat

Tatsächlich ist es gar nicht so einfach, die individuell passende Therapie zu finden. Manchmal müssen Medikamente oder andere Behandlungsverfahren auch einfach ausprobiert und beobachtet werden, wie der Betroffene darauf reagiert, ob er davon profitiert, ohne zuviele Nebenwirkungen zu riskieren.

Jede Krebsbehandlung ist ein kritische Abwägen zwischen Nutzen und Risiken. Schließlich geht es nicht allein darum, den Krebs möglichst effektiv zu bekämpfen, sondern auch, Sie dabei so gut wie möglich zu schonen.

Mit Vertrauen und Überzeugung

Die Grundlage jeder Behandlung ist Vertrauen. Es ist sehr wichtig, dass Sie sich in der Klinik gut betreut und bei Ihren behandelnden Ärzten in guten Händen wissen. Das gibt Ihnen und Ihren Angehörigen nicht nur ein sicheres Gefühl, sondern ist auch für Ihre weitere Genesung entscheidend.

Denn bei aller wissenschaftlichen Evidenz und statistisch vorhersagbarem Nutzen einzelner Behandlungsoptionen bleiben Sie mit Ihrer Erkrankung in Ihrer individuellen Lebenssituation einzigartig. Jeder reagiert unterschiedlich auf Medikamente, steckt eine Operation anders weg als ein Mitbetroffener, verträgt eine Bestrahlung vielleicht weniger gut. Das liegt an der individuellen körperlichen, aber auch emotionalen und seelischen Verfassung.

Entscheidend für den Behandlungserfolg sind daher nicht nur bewährte Therapieverfahren, sondern auch Ihre persönliche Einstellung dazu. Je mehr Sie selbst hinter der Behandlung stehen, umso besser sind Sie im Kampf gegen den Krebs gerüstet.

Die richtige Klinik finden

Aber woher nimmt man dieses Vertrauen? Manches lässt sich recht gut steuern und vorhersagen. Es gibt qualifizierte Kliniken und Brustkrebszentren, die sich auf die Behandlung der Erkrankung spezialisiert haben. Sie durchlaufen regelmäßige Qualitätskontrollen und müssen nicht nur bei der Behandlung auf dem aktuellen Stand sein, sondern auch ein entsprechendes Umfeld und die dazugehörige Betreuung anbieten. So gehört heutzutage beispielsweise eine psychoonkologische Unterstützung zur Behandlung von Brustkrebs dazu.

Informieren Sie sich über die Kliniken und Ihre Angebote. Sehen Sie sich die Internetseiten an und schauen Sie, ob Sie sich dadurch angesprochen fühlen. Fragen Sie nach, wenn Ihnen etwas unklar ist. Am besten wenden Sie sich dabei erst einmal an Ihren behandelnden Frauen- oder Hausarzt, der Sie bei Bedarf auch in eine entsprechende Klinik überweisen wird.

In guten Händen

In der Klinik selbst und auch bei der ambulanten Weiterbehandlung nach der Entlassung kommt es sehr auf den Draht zu den jeweiligen Ärzten an, die Sie betreuen. Bei der Behandlung von Brustkrebs sind mehrere Ärzte aus unterschiedlichen Fachdisziplinen beteiligt, die auch alle zusammen über Ihre Behandlung entscheiden und den Verlauf regelmäßig kritisch hinterfragen – natürlich alles gemeinsam mit Ihnen.

Der Arzt, der Sie operiert, wird ein anderer sein als derjenige, der Sie bestrahlt oder der Ihnen eine Infusion mit Chemotherapeutika anhängt. In der Regel haben Sie aber einen festen Ansprechpartner, der Sie betreut und die Behandlung koordiniert. Bei ihm sollten Sie ein gutes Gefühl haben. In der Klinik können Sie sich das natürlich weniger gut aussuchen als im ambulanten Bereich.

Bringen Sie sich ein

Letztlich müssen Sie sich auf das Ärzteteam verlassen können. Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben oder mit einer Entscheidung nicht einverstanden sind, und bringen Sie Ihre Wünsche und Sorgen mit ein. Vielleicht müssen Sie auch erstmal eine Strategie ausprobieren und sehen, ob sie sich bewährt.

Während und nach der Behandlung werden regelmäßig Nachuntersuchungen erhoben, um die jeweiligen Maßnahmen beurteilen zu können. Hat sich der Tumor verkleinert? Wurde er bei der Operation komplett erwischt? Sind die Nebenwirkungen erträglich? All das müssen Ihre Ärzte und Sie regelmäßig im Blick haben.

Ob die Behandlung für Sie richtig ist und wohin Sie führt, kann Ihnen am Anfang niemand genau sagen. Letztlich müssen Sie sich darauf einlassen und sich in die Hände erfahrener Spezialisten geben. Sehen Sie sich und Ihre Ärzte dabei stets als gemeinsame Verbündete gegen den Krebs.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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