Brustkrebs-Vorsorge: Ist Sonographie nicht sicherer als Mammographie?

Was die reine Untersuchung anbelangt: ja. Wenn es aber um die Detektion eines möglichen Tumors geht, ist die Mammographie der Sonographie überlegen.

Sie machen sich wahrscheinlich Sorgen wegen der Strahlenbelastung. Tatsächlich ist die Mammographie ein Verfahren, bei dem Röntgenstrahlen auf den Körper einwirken, die bekanntermaßen schädlich sind. Man muss jedoch die mögliche Gefahr immer im Verhältnis zum Nutzen betrachten, der sich daraus ergibt. Das ist übrigens bei jeder diagnostischen und therapeutischen Maßnahme oberstes Gebot.

Das Risiko lohnt sich

Die Mammographie hat sich in zahlreichen Studien als bestes und damit auch sicherstes Mittel zur Früherkennung von Brustkrebs bewährt. Daher wird sie als Standarduntersuchung bei der Vorsorge eingesetzt.

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Dabei müssen Sie auch bedenken, dass die Untersuchung normalerweise erst ab dem 50. Lebensjahr angeboten wird. Auch, wenn es zynisch klingen mag, so sind doch die möglichen Risiken der Strahlenbelastung in diesem Alter nicht zu vergleichen mit entsprechenden Untersuchungen etwa im Kindesalter. Hier muss man ganz genau hinsehen, wann man ein Kind der Strahlung aussetzt.

Aber auch bei der Vorsorgeuntersuchung sieht man natürlich genau hin. Man vergleicht nämlich den potentiellen Schaden mit den Vorteilen, den die Betroffenen davon haben. Und das ist im besten Fall: die frühzeitige Erkennung und Behandlung eines bösartigen Tumors. Man hat das sogar bis zuletzt untersucht und festgestellt, dass die brustkrebsbedingte Sterblichkeit durch die regelmäßige Mammographie sinkt. Das ist meist der entscheidende Endpunkt, auf den Ärzte und Wissenschaftler achten.

Sonographie kann zusätzlich nützlich sein

Da kommt auch die Sonographie nicht ran. Zwar ist Ultraschall an sich ein völlig harmloses Verfahren, das in keiner Weise schadet. Aber es ist eben für die Detektion eines Tumor weniger aussagekräftig als die strahlenbasierte Variante.

Allerdings kann eine Ultraschalluntersuchung in bestimmten Fälle ergänzend sinnvoll sein. Bei einer genetischen Veranlagung oder einem sehr dichten Drüsengewebe, das in der Mammographie oft schlecht beurteilt werden kann, liefert die Sonographie womöglich genauere Hinweise.

Zu beachten ist jedoch, dass dadurch auch "falscher Alarm" ausgelöst werden kann. Vielleicht fällt dem Untersucher bei genauem Hinsehen eine Kleinigkeit auf, die im Grunde gar nichts bedeutet. Um sicherzugehen, schließen sich aber weitere Untersuchungen an. Am Ende wird sogar eine Probe des verdächtigen Areals entnommen, um letztlich festzustellen: Fehlalarm.

Technik der Zukunft

Eine solche "Überdiagnostik", wie überflüssige, eher schädliche Maßnahmen auch genannt werden, sollte vermieden werden. Es ist nicht auszuschließen, dass sich in Zukunft andere Verfahren entwickeln, die der Mammographie überlegen sind. Gerade bei der Sonographie gibt es neue 3D-Geräte mit automatisierter Auswertung, die vielversprechende Ergebnisse liefern. Noch müssen sie aber einige Hürden nehmen und sich in weiteren Studien bewähren.

Wenn Sie ab dem 50. Lebensjahr regelmäßig alle zwei Jahre zum Mammographie-Screening gehen, sind Sie nach dem heutigen wissenschaftlichen Stand auf der sicheren Seite.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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