Brustkrebs: Wird auch ein MRT bei der Vorsorgeuntersuchung eingesetzt?

Normalerweise nicht. Eine Kernspintomographie (MRT) erfolgt nur in Ausnahmefällen bei Frauen, die ein erhöhtes genetisches Risiko haben.

Nur bei positivem Gentest

Wenn bereits Mutter oder Schwester an Brustkrebs erkrankt sind und das möglicherweise schon in jungen Jahren, kann die zusätzliche Untersuchung sinnvoll sein. Sicherheit über die individuelle Veranlagung liefert ein Gentest.

Für Brustkrebs sind u.a. verschiedene Genveränderungen verantwortlich. Dabei gibt es bestimmte Risikogene, die besonders eng mit der Erkrankung assoziiert sind. Wer sie trägt, wird früher, engmaschiger und genauer kontrolliert. Um einen sich entwickelnden Tumor möglich frühzeitig zu erkennen, kommen betroffene Frauen unter Umständen schon ab dem 25. Lebensjahr regelmäßig "in die Röhre".

Gefahr der Verunsicherung

Zur normalen Vorsorge gehört ein MRT nicht. Üblich ist neben der Untersuchung durch den Arzt lediglich eine Mammographie der Brust ab dem 50. Lebensjahr. Bei einer sehr "dichten" Brust (in der Mammographie werden die Befunde nach Dichtegrad eingestuft) kann eine zusätzliche Sonographie (Ultraschall) erwogen werden. Für ein MRT besteht auch dann meist kein Einlass.

Mit der Kernspintomographie lässt sich vor allem weiches Gewebe sehr präzise darstellen. Die Gefahr, irgendeine kleine Veränderung zu entdecken, die im Grunde völlig harmlos ist, aber zahlreiche Kontrollen nach sich zieht und die Betroffenen in Angst und Schrecken versetzt, steht in keinem Verhältnis zum Nutzen einer solchen Untersuchung.

MRT auch zur Diagnostik die Ausnahme

Selbst bei dringendem Verdacht auf eine Krebserkrankung ist eine MRT nicht die Methode der ersten Wahl. Nur, wenn anhand der Mammographie und Sonographie keine eindeutige Aussage zu treffen ist und auch eine Probeentnahme nicht zielführend war, kann sich eine kernspintomographische Untersuchung anschließen. Auch, um zu beurteilen, wie weit sich der Tumor schon im Körper ausgedehnt hat, kann sie in bestimmen Fällen hilfreich sein.

Das sind aber alles Spezialfälle, bei denen ein Brustkrebs sehr wahrscheinlich oder sogar schon diagnostiziert ist. In der Vorsorge spielt die MRT-Untersuchung so gut wie keine Rolle.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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