Brustkrebs: Was passiert, wenn ich gar nichts machen lasse?

"Bei mir ist jetzt in der Routine-Mammographie etwas aufgefallen. Die Ärzte wollen das auf jeden Fall weiter untersuchen, obwohl sie sagen, dass das wahrscheinlich alles gutartig ist. Ich habe keine Schmerzen und keinerlei Einschränkungen. Am liebsten würde ich gar nichts machen lassen."

Vorweg gesagt sei folgendes: Natürlich trifft heute jeder selbst die Entscheidung, ob und was von den Ärzten gemacht wird. Bevor Sie diese Entscheidung treffen, hat der Arzt die Pflicht, verständlich aufzuklären, so dass jeder als medizinischer Laie eine fundierte Entscheidung treffen kann.

Was würde aber passieren, wenn man im Sinne einer "Ich-steck-den-Kopf-in-den-Sand-Politik" gar nichts machen würde?

Das passiert am Ort des Geschehens

Schauen wir uns zunächst an, was am Ort des Geschehens passieren würde. Zunächst würde, wenn es sich um einen Krebs handelt, dieser am Ort seiner Entstehung größer werden und in das umliegende Gewebe einwachsen, das Gewebe "infiltrieren".

Im Bereich der Brust könnte der Krebs so in das Brustmuskelgewebe einwuchern und es zerstören. Die Folge wäre eine Funktionseinschränkung des Brustmuskels. Bestimmte Bewegungen wären nicht mehr oder nur noch unter Schmerzen möglich.

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Der Krebs könnte auch die Haut infiltrieren und so zunächst zu Einziehungen der Haut führen, einem Orangenhautphänomen nicht unähnlich. Irgendwann würde er die Hautoberfläche durchbrechen und sichtbar werden.

Er könnte durch den Anschluss an das Milchdrüsen-System Flüssigkeit aus der Brustwarze absondern. Er könnte Knochengewebe, z.B. die Rippen, infiltrieren und so zu starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen der Rippen führen. Ebenso könnte der Krebs mit seinem infiltrativen Wachstum Nerven, Blutgefäße und alle am Ort vorhandenen Strukturen verändern bis hin zur Zerstörung.

So geht es dann weiter

Im Laufe der Zeit würden einzelne Krebszellen dann in die Lymphbahnen eingeschwemmt. Dort würden sie am Lymphknoten, der ja eine Filterfunktion hat, hängenbleiben, sich dort festsetzen und in das Gewebe der Lymphknoten einwachsen, das Lymphgewebe infiltrieren. Auch dort würde der Krebs das Lymphknotengewebe befallen und größer werden.

Dadurch, dass der Krebs auch in die Blutgefäße gelangt, werden Krebszellen über die Blutbahn weiterverbreitet, setzen sich an den entsprechenden Stellen fest und wachsen dort ebenfalls infiltrierend. So bilden sich Metastasen. Typischerweise werden Leber, Knochen, Lunge und Gehirn befallen. Mit den entsprechenden Auswirkungen: Die Leber gibt ihren wichtigen Dienst auf, die Knochen schmerzen unerträglich, die Atmung ist behindert, das Gehirn zeigt entsprechende Ausfallerscheinungen.

Ziel: selbstbestimmte Entscheidung

Die Medizin bietet heute in einer Schritt-für-Schritt-Diagnostik so viele Möglichkeiten, zumindest als erstes wenigstens zu klären: Ist es gutartig oder bösartig? Dann sollte man mit Hilfe seines Arztes oder auch zusammen mit Selbsthilfeorganisationen die Situation weiter klären. Das Ziel ist eine selbstbestimmte Entscheidung auf der Grundlage von möglichst vielen Informationen.

"Vogel Strauß" ist kein gutes Vorbild in dieser Situation. Mit früher Diagnose und angemessener Therapie kann in vielen Fällen eine Heilung erreicht werden, auf jeden Fall aber eine Verbesserung der Prognose.

Autor: Dr. med. Karlheinz Keppler

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