Brustkrebs: Wie lange bin ich arbeitsunfähig?

Eine Brustkrebserkrankung zieht immer eine längere Arbeitsunfähigkeit nach sich. Ob und wann Sie wieder arbeiten können, ist natürlich pauschal nicht zu beantworten. Das hängt von der krankheitsbedingten Situation ab. Die Spanne reicht von wenigen Wochen bis zu weit über einem Jahr.

Wovon hängt die Länge der Krankschreibung ab?

Folgende Faktoren beeinflussen diese Entscheidung u.a.:

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  • Wie umfangreich wird oder war der chirurgische Eingriff?
  • Welche weiteren therapeutischen Maßnahmen sind geplant?
  • Wie ist der körperliche Zustand, zum einen nach der Operation, zum anderen aber auch während der folgenden Behandlung?
  • Lassen körperliche Kraft und Immunstatus ein Arbeiten zu? (unter Chemotherapie z.B. meist nicht)
  • Welcher Arbeit gehen Sie nach?

Auch die persönliche Krankheitsverarbeitung spielt dabei eine große Rolle. Es gibt Frauen, die mit den Konsequenzen der Erkrankung sehr gut zurechtkommen, andere hingegen haben damit sehr viel intensiver zu kämpfen.

Bei Chemotherapie längere Arbeitsunfähigkeit

Die günstigste Perspektive für den beruflichen Wiedereinstig besteht bei kleineren Tumo-ren und brusterhaltender Operation plus Bestrahlungen. Dem schließt sich dann meist nur noch eine Reha an. Wird hingegen eine Chemotherapie durchgeführt, kann die Arbeitsunfähigkeit schnell mal anderthalb Jahre dauern, weil auch nach Abschluss der Behandlungszyklen noch Zeit vergeht, bis man wieder bei Kräften ist. Generell gilt: Um wieder arbeiten zu können, muss die Behandlung weitgehend abgeschlossen sein.

Wie ist die rechtliche Lage?

Sie haben die Möglichkeit, bis zu eineinhalb Jahren Krankengeld zu beziehen, um dann an Ihren Arbeitsplatz zurückzukehren. Eine Möglichkeit ist auch der Wiedereinstieg in das Berufsleben mit einer stufenweisen Eingliederung. Können Sie Ihren Beruf nicht mehr auszuüben, haben Sie die Möglichkeit einer Umschulung.

Scheuen Sie sich nicht, rechtzeitig um Hilfe zu bitten, wenn Sie finanzielle Verluste vermeiden möchten. Eine ausführliche Auskunft erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse oder bei der Rentenberatung. Auskunft, Beratung und Hilfe bekommen Sie auch jederzeit von qualifizierten Mitarbeitern der Selbsthilfegruppen und von den zertifizierten Brustzentren der Deutschen Krebshilfe (Telefon: 0228/ 729 90-0 Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. )

Tipp: Bei Brustkrebs ist es möglich, in den ersten drei Jahren jährlich eine Reha zu beantragen, um Sie vor einer vorzeitigen Rente zu bewahren.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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