Brustkrebs: Was bedeutet uPA/PAI1?

In meinem Arztbrief steht etwas von einem niedrigen uPA/PAI1. Was heißt das denn? Und hat es irgendwelche Auswirkungen auf den weiteren Verlauf und meine Prognose?

Kurz gesagt ist der uPA/PAI1-Test ein Prognosetest, der etwas über die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs aussagt, also über die Wahrscheinlichkeit, ob ein erneuter Brustkrebs auftritt. Ist der Wert niedrig, so ist die Wahrscheinlichkeit für ein erneutes Auftreten gering; ist er hoch, ist auch die Wahrscheinlichkeit hoch.

uPA ist die Abkürzung für Plasminogen-Aktivator vom Urokinase-Typ, und PAI1 die Abkürzung für Plasminogen-Aktivator-Inhibitor.

Der uPA/PAI1-Test als Prognose-Marker

Natürlich ist es nach einer durchgeführten Therapie wichtig zu wissen, ob ausreichend behandelt wurde, um ein erneutes Auftreten zu verhindern, oder ob noch mit zusätzlichen Mitteln behandelt werden sollte. In dieser Situation eine fundierte Entscheidung zu treffen, ist aus zweierlei Gründen wichtig.

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Erstens geht jede Behandlung auch mit Nebenwirkungen einher, die gerade in der Krebs-Chemotherapie zum Teil erheblich sind. Zum zweiten kann man einen Krebs oft nicht zwei Mal mit denselben Medikamenten behandeln. Behandelt man also zu früh, ist das Pulver gewissermaßen verschossen. Diese Behandlung ist bei einem Rezidiv dann wirkungslos.

Deshalb sind genaue Kriterien festgelegt, wann der uPA/PAI1-Test durchgeführt werden sollte. Der Tumor sollte nicht größer sein als 5 Zentimeter und nicht kleiner als 0,1 Zentimeter. Die Differenzierung des Tumors sollte einem Grad 2 entsprechen, es sollten keine Lymphknoten befallen sein, es sollte mindestens einer der beiden Hormonrezeptoren positiv sein, und der HER2-Rezeptor sollte negativ sein.

Chemotherapie ja oder nein? uPA/PAI1-Test hilft bei der Entscheidung

Der uPA/PAI1-Test wird also herangezogen, um zu entscheiden, ob eine Chemotherapie zusätzlich durchgeführt werden sollte oder nicht. Vor dem Hintergrund der Studienlage scheint es so zu sein, dass sich uPA/PAI1 gut als Prognosefaktor für diese Entscheidung eignet. Hundert Prozent sicher ist er allerdings nicht. Die Studien, in denen uPA/PAI1 untersucht wurde, haben jeweils noch andere Einflussgrößen gehabt bzw. waren unterschiedlich angelegt. Insofern streiten sich die Gelehrten da noch.

Also müssen Sie selber zusammen mit Ihrem Arzt die Entscheidung treffen, ob Sie den uPA/PAI1-Faktor für die Abwägung einer Chemotherapie heranziehen oder nicht.

Autor: Dr. med. Karlheinz Keppler

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