Spannungsgefühl in der Brust: Kann das Brustkrebs sein?

Grundsätzlich ist das möglich, obwohl andere Ursachen weitaus wahrscheinlicher sind. Dennoch sollte man aufmerksam sein und seinen Körper gut beobachten.

Unter dem Einfluss der Hormone

Von den natürlichen hormonellen Schwankungen im Verlauf des weiblichen Zyklus ist auch das Brustgewebe betroffen. Veränderungen wie ein Spannungsgefühl treten oft gegen Ende des Zyklus auf und kündigen die Regelblutung an. Nach der Periode wird die Brust dann wieder weicher und entspannter. Aber auch, wenn z.B. hinter einem Spannungsgefühl tatsächlich ein Umbau der Brust steckt, muss das noch lange kein Krebs sein. Viel häufiger sind gutartige Veränderungen.

Dennoch sollten Frauen grundsätzlich auf Ihren Körper achten, um ungewöhnliche Veränderungen, die sie noch nicht an sich kennen, wahrzunehmen. Das ist umso wichtiger, als Brustkrebs oft lange Zeit keinerlei Beschwerden bereitet. Vorteilhaft ist das eigentlich nicht. Denn was sich nicht ankündigt, kann auch nicht entdeckt, geschweige denn behandelt werden. Seien Sie daher achtsam!

Wann Sie zum Arzt gehen sollten

Verdächtig sind stets Auffälligkeiten, die neu auftreten und/oder sich rasch entwickeln. Ein Spannungsgefühl der Brust ist wie gesagt am ehesten hormonell bedingt und keine typische Veränderung für Brustkrebs.

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Warnsignale sind eher derbe, schmerzlose Knoten, Veränderungen bzw. Einziehungen der Brustwarzen, ungewöhnliche Hautauffälligkeiten oder Schwellungen in der Achselhöhle. Aber auch hier stecken oft andere Ursachen als Krebs dahinter. Solche Veränderungen sollten Sie aber von Ihrem Frauenarzt abklären lassen, wenn Sie Ihnen auffallen.

Auch von einem Spannungsgefühl, das Sie nicht kennen und das Ihnen irgendwie suspekt erscheint, sollten Sie ihm berichten – lieber einmal zu viel nachfragen als zu wenig.

Selbstuntersuchung und Vorsorge

Um ungewöhnliche Anzeichen an der Brust frühzeitig zu erkennen, sollten Sie Ihre Brüste regelmäßig selbst abtasten, am besten einmal im Monat immer etwa zum selben Zeitpunkt, damit der jeweilige hormonelle Zustand des Brustgewebes vergleichbar ist. Wie das funktioniert, lassen Sie sich am besten von Ihrem Frauenarzt zeigen.

Daneben steht Ihnen im Rahmen der gesetzlichen Vorsorgeuntersuchung ab dem 30. Lebensjahr eine jährliche Tastuntersuchung der Brust durch den Arzt zu. Dieses Angebot sollten Sie unbedingt wahrnehmen. Eine Röntgenuntersuchung der Brust (Mammographie) ist für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre vorgesehen. Hier lassen sich unter Umständen Veränderungen nachweisen, die weder sicht- noch tastbar sind.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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