Muss ich für die Strahlentherapie meine Medikamente absetzen?

Eine Strahlentherapie bei Brustkrebs zieht sich über einen längeren Zeitraum von einigen Wochen hin. Die meisten Medikamente können Sie in dieser Zeit in der Regel ohne Probleme weiter einnehmen.

Auch andere Erkrankungen ruhen nicht

Gerade wenn Sie unter einer anderen chronischen Erkrankung leiden, sollten Sie die Behandlung mit Tabletten nicht für längere Zeit unterbrechen, schließlich ruhen auch sie nicht. Medikamente etwa gegen Bluthochdruck oder Herzerkrankungen können und sollen Sie ohne Bedenken fortführen.

Das Herz z.B. kann durch die Bestrahlungen zusätzlich belastet werden, auch wenn es bei den präzisen Verfahren heutzutage weitgehend verschont wird und nur noch selten Folgeschäden auftreten. Auch einen hohen Blutdruck und all die schädlichen Folgen, die er hervorrufen kann, brauchen Sie jetzt nicht noch zusätzlich zum Brustkrebs. Wenn Sie gut eingestellt sind, machen Sie einfach weiter mit den Medikamenten.

Informieren Sie Ihren Arzt

Natürlich ist es wichtig, dass Ihr behandelnder Arzt über alles, was Sie einnehmen, Bescheid weiß. Auch den Strahlentherapeuten sollten Sie vorab darüber informieren. Das gilt im übrigens auch für pflanzliche Präparate und andere Heilmittel. Auch Nahrungsergänzungsmittel und zusätzlich zugeführte Vitamine haben ihre Wirkung und können die Strahlentherapie vielleicht sogar mehr als manche Medikamente beeinflussen.

Eine gewisse Vorsicht ist bei Johanniskraut geboten, das recht gerne zur Behandlung von Depressionen eingesetzt wird. Es kann die Haut empfindlicher machen und Hautirritationen durch die Bestrahlung dadurch verstärken. Allerdings kommt das nicht oft vor und ist daher nicht zu erwarten. Dennoch werden die Ärzte das Medikament vermutlich für die Zeit der Bestrahlung absetzen.

Wichtig ist dann aber, dass die Depression anderweitig behandelt wird. Auch sie legt keine Pause ein und kann im Gegenteil in dieser für Sie schwierigen und belastenden Zeit stärker denn je zuschlagen. Ihre Ärzte sollten sich daher ggf. gut miteinander absprechen.

Kombinationsbehandlung

Etwas anderes sind die Medikamente, die Sie vielleicht zusätzlich zur Strahlentherapie gegen den Brustkrebs bekommen. Wenn Sie auch eine Chemotherapie erhalten, erfolgt die Bestrahlung in der Regel nicht gleichzeitig, sondern eine Weile danach oder auch zwischen zwei Zyklen. Eine Hormontherapie oder die Behandlung mit Antikörpern kann dagegen parallel zur Strahlentherapie fortgesetzt werden.

Unterschiedliche Therapieverfahren können auch ganz bewusst miteinander kombiniert werden, um die Wirkung zu verstärken und den Tumor von mehreren Seiten aus anzugreifen. Das muss allerdings wohlüberlegt und genau aufeinander abgestimmt sein, da sich neben den gewünschten Effekten dann auch die Nebenwirkungen verstärken können.

Seien Sie aber sicher, dass die Ärzte sich gut überlegen, welche Behandlung für Sie die richtige ist und was in Ihrem individuellen Fall eine geeignete Kombination sein könnte.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

Anzeigen