Brustkrebs: Führt die Bestrahlung zu dauerhaften Hautschäden?

Möglich ist das. Häufiger sind jedoch kurzfristige Reaktionen der Haut, die sich nach der Behandlung wieder zurückbilden. Wichtig ist, dass Sie Ihre Haut gut pflegen und schützen.

Unter Beschuss

Bei der Strahlentherapie liegt die Haut im Brustbereich im unmittelbaren Strahlenfeld. Es gibt zwar auch sogenannte intraoperative Verfahren, bei denen das Tumorareal direkt im Anschluss an die Operation noch vor der Naht bestrahlt und die Haut damit nicht tangiert wird. Sie ersetzen aber nicht die nachträgliche Bestrahlung von außen, sondern ergänzen sie lediglich.

Trotz modernster Geräte und Technik lässt sich die Haut also nie ganz schonen. Daher ist sie auch am häufigsten von Nebenwirkungen betroffen. Dabei unterscheidet man kurz- und langfristige Strahlenfolgen. Akut kommt es häufig zu Rötungen und leichten Reizungen. Die Haut kann auch jucken, schmerzen und in schwerwiegenden Fällen sogar Blasen bilden. Sagen Sie Ihrem Arzt Bescheid, wenn Ihre Haut derart heftig reagiert.

Stetige Erneuerung

Nach der Bestrahlung, wenn die Haut nicht mehr dem ständigen Reiz ausgesetzt ist, erholt sie sich meist wieder. Die Regenerationsfähigkeit des größten menschlichen Organs ist enorm. Ständig bilden sich vom Grund her neue Zellen, die entlang der einzelnen Hautschichten nach oben wandern und dabei stetig heranreifen, bis sie sich nach vollbrachter Arbeit lösen und als kleine Schuppen abfallen.

Für diese Wanderung brauchen sie etwa zwei Wochen. Man kann sich also ausrechnen, wie oft sich unsere Haut im Lauf der Zeit rundum erneuert.

Verdickung und Verhärtung bis hin zu Narben

Wenn die Zellen jedoch zu stark geschädigt sind oder tiefe Hautschichten betroffen sind, in denen der Nachschub gebildet wird, kann es sein, dass das fleißige Organ mit der Reparatur nicht mehr nachkommt. Dann entstehen auch bleibende Schäden.

Wenn sich die Haut umformt, kann sie derber und trockener werden. Nach außen hin können sichtbare Verfärbungen zurückbleiben, die sich entweder dunkler oder heller von der Umgebung abheben. Weiterhin können feine Blutgefäße durch die ausgedünnte Hautoberfläche hindurch scheinen. In schweren Fällen können auch Narben zurückbleiben. Dann verliert die Haut ihre wichtige Schutzfunktion und wird anfälliger für äußere Reize und Infektionen.

Das bedeutet für Sie: Schützen Sie Ihre empfindliche Haut gut! Vor allem gegen die schädlichen UV-Strahlen kann sie sich nun nicht mehr wehren. Auf einen ausreichenden Sonnenschutz müssen Sie daher lebenslang achten.

Unterstützen Sie Ihre Haut!

Das sollten Sie allerdings ohnehin tun. Ebenso ist eine Basispflege grundsätzlich ratsam, auch vorbeugend, wenn Ihre Haut noch intakt ist. Verwenden Sie beim Waschen und Duschen ph-neutrale Seife oder Duschgel ohne Duftstoffe und halten Sie die Haut danach mit einer Pflegecreme (z.B. harnstoffhaltig) feucht und geschmeidig. Vermeiden Sie heißes Wasser und lange Bäder, und verzichten Sie in der Zeit der Behandlung auf den Besuch von Schwimmbad und Sauna. Ihre Kleidung sollte leicht und locker sitzen und die Haut nicht zusätzlich reizen. Ein guter Sonnenschutz versteht sich von selbst.

Wenn Sie diese Ratschläge beherzigen, unterstützen Sie Ihre Haut bei der Bewältigung der Stresssituation durch die Bestrahlung erheblich und können schweren und längerfristigen Folgen vorbeugen. Sollten Sie dennoch, auch noch längere Zeit nach der Behandlung, Veränderungen beobachten, zeigen Sie sie Ihrem Arzt, und greifen Sie nicht auf eigene Faust zu Mittelchen, die Ihrer Haut womöglich noch mehr zusetzen.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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