Wann bekommt man bei Brustkrebs Bestrahlungen?

Die Strahlentherapie ist eine der häufigsten Behandlungsmethoden bei Brustkrebs. Bei brusterhaltender Operation zählt sie zur Standard-Nachbehandlung, weil die Bestrahlungen die Rückfallrate deutlich senken (etwa von 30% auf 5%).

Die Idee dahinter: Auch wenn der Tumor (scheinbar) komplett entfernt wurde, kann es sein, dass winzige, vom Operateur nicht erkennbare Krebszellen in den Randgebieten überleben. Um diese eventuellen Tumorzellnester im Operationsgebiet abzutöten, wird mit ionisierender Strahlung nachbehandelt. Die Bestrahlungen dienen hier also dem Ziel, die Heilung noch mehr abzusichern.

Nicht nur nach brusterhaltener Operation

Auch nach einer Brustamputation, also einer vollständigen Entfernung der Brust, wird die nachfolgende Bestrahlung in bestimmten Situationen empfohlen. Dazu zählen:

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  • Tumor war größer als 5 cm

  • Tumorstadium T3 oder T4

  • mehrere Krebsherde in der Brust

  • Krebsknoten hat Brustdrüse überschritten und umgebende Haut oder Muskulatur befallen

  • Lymphknoten der Umgebung sind befallen (v.a. bei mehr als 3 Lk)

Und auch wenn der Brustkrebs gar nicht operiert wurde und nur mit Chemotherapie oder Antikörpertherapie behandelt wird, wird in bestimmten Situationen eine zusätzliche Strahlentherapie vorgenommen, um die Abtötung der Krebszellen noch mehr abzusichern.

Wie laufen die Bestrahlungen ab?

Bei einer Strahlentherapie nach Operation werden die Bestrahlungen meist 4 bis 6 Wochen nach der Tumorentfernung begonnen. Nach einer kompletten Brustentfernung beginnt man damit allerdings erst, wenn das Operationsgebiet abgeheilt ist.

Die Behandlung besteht aus zahlreichen Einzelterminen, die sich, jeweils von Montag bis Freitag, in der Regel über 6 bis 8 Wochen hinziehen. Die einzelnen Bestrahlungen dauern nur Sekunden bis Minuten, man hat also zwar einen großen zeitlichen Aufwand mit den täglichen Terminen, zumindest gehen die dann aber schnell.

Eine längere Strahleneinwirkung würde die Haut zu sehr belasten. Eine gerötete, entzündete oder wunde Haut im Bestrahlungsgebiet ist dann auch die häufigste Nebenwirkung.

Autoren: Marianne Válki-Wollrabe, Physiotherapeutin & Dr. med. Jörg Zorn

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