Auf welche Weise lindert die Radionuklidtherapie die Schmerzen bei Knochenmetastasen?

Die Radionuklidtherapie wird vor allem bei diffus verteilten Knochenmetastasen angewandt, wenn also die Tumorherde nicht nur an einer fest definierten Stelle sondern verstreut sitzen. Sie dient in erster Linie der Schmerzlinderung, weniger der Krebsbehandlung.

Das Prinzip: Es werden radioaktive Substanzen verabreicht, die chemisch Kalzium ähneln und sich daher nach der Einnahme vor allem im Knochen ansammeln – und dort insbesondere in stoffwechselaktiven Bereichen (also den Metastaseherden). Dort entfalten sie dann ihre Wirkung. Der Strahlungseffekt trifft somit vor allem die Metastasen.

Schmerzen können zu Beginn sogar zunehmen

Wichtig zu wissen: Zu Beginn der Behandlung kann es kurzfristig sogar zu einer Verstärkung der Schmerzen kommen, weil die Strahlung in den ohnehin schon gereizten Knochenarealen die Entzündungsreaktion verstärkt. Deshalb werden in der Anfangsphase zusätzlich oft weitere, entzündungslindernde Schmerzmedikamente gegeben. Nach dieser Phase aber führt der Strahlungseffekt auf die Metastasenherde zu einer anhaltenden Schmerzlinderung.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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