Brustkrebs, Stadium I: Wie ist meine Prognose?

"Ich hatte Brustkrebs im Stadium I und wurde operiert. Danach bin ich mehrmals zur Strahlentherapie gegangen. Die Ärzte sagen, die Behandlung ist jetzt abgeschlossen. Heißt das, ich bin geheilt?"

Je früher erkannt, umso besser

Bei Brustkrebs im Stadium I wurde der Tumor bei Ihnen erfreulicherweise schnell entdeckt, bevor er sich weiter ausgebreitet hat. Er war maximal 2 cm groß, hat keine oder allenfalls mikroskopisch kleine Absiedelungen in den Lymphknoten gebildet und den restlichen Körper noch nicht befallen. Das sind gute Nachrichten für Sie.

Wenn Sie operiert und anschließend bestrahlt wurden, konnte Ihre Brust außerdem erhalten werden. Das versucht man heutzutage grundsätzlich, um das Ausmaß der Operation und die Belastung für die betroffenen Frauen so gering wie möglich zu halten. Um das Risiko für ein erneutes Ausbrechen des Tumors an Ort und Stelle im Vergleich zu einer kompletten Entfernung der Brust jedoch nicht zu erhöhen, folgt auf die brusterhaltende Operation eine Bestrahlung. Das Rückfallrisiko wird dadurch in etwa halbiert. Damit ist diese Variante genauso sicher wie eine Brustamputation.

Nach der Operation

Auch schon in frühen Stadien schließen sich manchmal noch weitere sogenannte adjuvante (unterstützende, ergänzende) Therapien an. Sinn und Zweck ist es immer, Redizive (Neubildungen des Tumors) zu verhindern. Vor allem die Hormontherapie kommt auch schon bei kleinen, noch nicht weit fortgeschrittenen Tumoren oftmals in Frage.

Wenn sie bei Ihnen nicht vorgesehen ist, war der Brustkrebs einer antihormonellen Behandlung vermutlich nicht zugänglich. Denn nicht alle Tumoren sprechen auf eine solche Behandlung an. Nur diejenigen, die hormonabhängig wachsen, lassen sich auch von einem Entzug der Botenstoffe beeindrucken.

Um das herauszufinden, wird das Tumorgewebe untersucht und ermittelt, ob die Krebszellen an ihrer Oberfläche bestimmte Andockstellen (Rezeptoren) für Hormone ausbilden. Ist das nicht der Fall, kommt auch eine Hormontherapie nicht in Betracht.

Krebs ist nicht gleich Krebs

Aber noch viele andere Faktoren entscheiden über eine adjuvante Behandlung. Jeder Tumor hat andere Eigenschaften, die ebenfalls genau analysiert werden. So lassen sich verschiedene Aggressivitätsgrade unterscheiden, die jeweils mit einem mehr oder weniger großen Risiko einhergehen.

Vielleicht war der Tumor bei Ihnen nur wenig angriffslustig, so dass eine alleine Operation mit Bestrahlung gerechtfertigt ist. Oder Sie haben noch andere Begleiterkrankungen, die die Wahl der Therapie bei Ihnen beeinflusst haben.

So oder so können Sie sicher sein, dass die Ärzte sich genau überlegt haben, welche Behandlung für Sie die richtige ist. Das ist bei jeder Frau eine Einzelentscheidung und nie schematisch vorgegeben. Der einzige ziemlich stabile Fixpunkt ist in der Regel die Operation.

Entscheidend ist die Nachsorge

Was bedeutet das nun für Sie? Wir können und dürfen hier natürlich keinerlei individuelle Prognosen abgeben. Daher nur ein paar allgemeine Hinweise:

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Grundsätzlich sind die Heilungschancen bei Brustkrebs im Stadium I gut. Wie Sie aber vielleicht beim Lesen gemerkt haben, war immer wieder vom Rückfallrisiko die Rede. Wer einmal Brustkrebs hatte, hat gegenüber der Allgemeinbevölkerung ein erhöhtes Risiko, erneut zu erkranken. Krebs ist tückisch und geduldig. Er kann viele Jahre lang im Körper schlummern, um irgendwann erneut zuzuschlagen.

Sie haben aber als Betroffene einen großen Vorteil: Sie sind vorgewarnt. Ihre große Chance sind die Nachsorgeuntersuchungen, die sich an jede Brustkrebsbehandlung anschließen. Dabei gibt es genau festgelegte Untersuchungen und Zeitpunkte. Direkt nach der Behandlung werden Sie recht engmaschig nachkontrolliert, später verlängern sich die Abstände zwischen den einzelnen Untersuchungen. Je länger sie unauffällig bleiben, umso wahrscheinlicher wird es, dauerhaft geheilt zu sein.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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