Brustkrebs-Operation: Wann kommt die Drainage raus?

Nach der Operation werden Ihnen eine oder mehrere Drainagen in die Wunde eingelegt. Dadurch können nachlaufendes Blut und Wundsekrete abfließen.

Wunde unter Druck

Sie müssen bedenken, dass durch die Operation eine große Wunde entstanden ist. Jeder, der sich schon einmal das Knie aufgeschlagen oder eine andere Verletzung zugezogen hat, weiß, dass das erste Pflaster meist schnell durchnässt ist. Es dauert eine Weile, bis sich eine dünne Kruste gebildet hat und die Wunde trocken geworden ist.

Genauso müssen Sie sich auch die Wundfläche an Ihrer Brust vorstellen. Nur wird sie wieder zugenäht, so dass die Flüssigkeit nicht ablaufen kann. Das kann zu Schwellungen und Infektionen führen.

Daher also die Drainagen. Das sind dünne Plastikschläuche, die am Ende mehrfach durchlöchert sind. Dieses Ende wird in die Wunde eingelegt. Dazu schneidet der Chirurg neben der operierten Stelle ein kleines Loch in die Haut, worüber der Schlauch nach außen geleitet wird.

Am anderen Ende mündet der Schlauch in einen Beutel oder ein kleines Fläschchen, das meist unter einem Unterdruck steht. Dadurch entsteht ein Sog, der die Sekrete absaugt und die Wundflächen gleichzeitig zusammenzieht, damit sie schneller verheilen.

Bis alles trocken ist

An dem Behälter sind Markierungen angebracht, an denen der Arzt bzw. das Pflegepersonal ablesen kann, wieviel Milliliter abgeflossen sind. Wenn nur noch wenig oder gar keine Flüssigkeit mehr nachläuft, kann die Drainage gezogen werden. Das geschieht meist nach wenigen Tagen.

Einmal tief ausgeatmet, ein kurzer Ruck – schon sind Sie den kleinen Schlauch wieder los. Dann sind Sie auch wieder mobiler. Zwar können Sie auch mit der Drainage Ihre Runden auf dem Flur drehen; aber die lange Strippe samt Behälter macht die Sache doch etwas umständlich. Außerdem können Sie mit der Drainage noch nicht duschen, zumindest nicht den operierten Bereich. Sie werden also aus verschiedenen Gründen erleichtert sein, das Anhängsel endlich loszuwerden.

Nachblutungen vermeiden

Dazu können sie übrigens auch selbst Ihren Teil beitragen. Damit es möglichst nicht zu größeren Nachblutungen kommt, wird Ihnen zum einen ein Druckverband bzw. ein spezieller BH angelegt, der das Wundgebiet komprimiert und beschädigte Gefäße damit abklemmt, so dass sie sich wieder verschließen können. Zum anderen ist es wichtig, dass Sie sich und vor allem den Arm auf der operierten Seite schonen. Je weniger Bewegung und Unruhe, umso besser kann sich die Wunde erholen.

Natürlich ist Bewegung gut und wichtig. Gerade die Schulter muss bald wieder trainiert werden, damit sie nicht steif wird. Das beginnen Sie aber nicht im Alleingang, sondern unter Anleitung zusammen mit einem Physiotherapeuten. Er zeigt Ihnen Übungen und sagt Ihnen, wie weit Sie sich belasten können.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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