Wird nach der Brustkrebs-OP immer ein Spezial-BH eingesetzt?

Nach der Operation ist es wichtig, die Brust ausreichend zu stabilisieren, um eine optimale Wundheilung zu gewährleisten. Dazu dienen in der Regel spezielle Büstenhalter. In sie können auch Prothesen eingelegt werden, die einen optischen Ausgleich bieten.

Vermutlich werden Sie nach dem Eingriff bereits mit einem solchen Exemplar aus der Narkose erwachen. Es dient als Wund- und Kompressionsverband und soll etwa sechs Wochen lang getragen werden.

Praktisch und optisch schön zugleich

Neben dieser pragmatischen Stützfunktion dient der spezielle BH auch ästhetischen Zwecken. Für viele Frauen ist die Vorstellung einer Amputation der Brust und damit auch eines Teils ihrer Weiblichkeit nicht leicht zu ertragen. Auch wenn jede Betroffene daheim im Kreis ihrer Angehörigen damit zurechtkommen muss, so ist es doch für viele eine deutliche Erleichterung zu wissen, dass zumindest nach außen hin niemand etwas von der Operation mitbekommen wird. Denn die Spezial-BHs haben extra Halterungen für Prothesen, die darin eingelegt werden können und das entnommene Gewebe optisch ausgleichen.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit eines operativen Wiederaufbaus der Brust. Wenn nach der Operation keine Bestrahlung folgt, geht das sogar in einem Atemzug mit der Entfernung des Tumors. Wenn sich allerdings noch eine Strahlentherapie anschließt, erfolgt die Rekonstruktion der Brust in einer zweiten Operation.

Außerdem brauchen manche Frauen etwas Zeit, um sich für oder gegen eine solche Wiederherstellung zu entscheiden. In all diesen Fällen ist ein spezieller Prothesen-BH eine gute Übergangs- oder sogar Dauerlösung.

Breites Sortiment

Meist wird er Ihnen im Krankenhaus bereits vor der Operation von einem Sanitätshaus angepasst. Direkt nach dem Eingriff bekommen Sie in der Regel eine Art Bustier, das den gesamten Brustbereich bis zur Taille umschließt. Später reichen bequeme stützende BHs. Das können auch einfach Sport-BHs sein, in denen Sie sich wohlfühlen.

Die speziellen Büstenhalter vom Sanitätshaus haben wie schon erwähnt den Vorteil, dass sie an entsprechender Stelle Taschen haben, in die Prothesen eingelegt werden können. Es gibt übrigens auch Badeanzüge und Bikinis mit diesen Finessen.

Spezial-BHs und Brustprothesen müssen Ihnen vom Arzt als Hilfsmittel verordnet werden. Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten dann zumindest anteilig. Fragen Sie am besten direkt bei Ihrer Kasse nach, ob bzw. in welchem Umfang sie sich an den Kosten beteiligt. Meist erhalten Sie auch im Krankenhaus Unterstützung in solchen Fragen.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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